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Ab heute wird EU-Versand für kleine Online-Shops deutlich schwieriger. Grund ist die neue EU-Verpackungsverordnung. Für uns bedeutet das: Merchandise und Abo-Geschenke können wir ab sofort nicht mehr in anderen EU-Ländern anbieten. 🧵

Wir machen vielleicht ein paar tausend Euro Umsatz pro Jahr mit Bestellungen ins EU-Ausland. Aber schon eine *einzige* Lieferung in einem Versandkarton nach Deutschland bedeutet für uns...

1. Registrierung im deutschen LUCID-System 2. Bestellung eines deutschen Bevollmächtigten 3. Abschluss eines Recyclingvertrags 4. jährliche Mengenmeldungen

Die eigentliche Recyclinggebühr für so einen Karton beträgt Centbeträge. Die Bürokratie rundherum kostet uns dagegen einige hundert Euro pro Jahr. Und das pro Land.

Wer nach Deutschland, Italien, Frankreich, Slowakei usw. liefert, muss sich mit den jeweiligen nationalen Registern und EPR-Systemen auseinandersetzen. 27 Länder, 27 Register.

Für Amazon, Temu, Zalando & Co. ist das ein kleiner Compliance-Budgetposten. Für einen Shop wie für unseren Tagespresse Merch Shop, aber auch zehntausende andere in der gesamten EU lohnt sich das dagegen nicht.

Das Ärgerliche daran: "Weniger Müll, mehr Recycling" ist natürlich ein vernünftiges Ziel. Aber wenn die Recyclingkosten eines Pakets ein paar Cent betragen, die administrative Erfüllung der Vorschriften aber hunderte Euro pro EU-Land kostet, da hat wer einfach nicht mitgedacht.

Klassische EU-Vorschrift: Jede einzelne davon lässt sich isoliert gut begründen. Aber niemand fühlt sich dafür verantwortlich, was die Summe der Vorschriften mit kleinen Unternehmen macht.

Das besonders Absurde: Die EU wurde geschaffen, um einen gemeinsamen Binnenmarkt zu ermöglichen. Wenn ein kleiner österreichischer Shop sich zehnmal teuer registrieren muss, um zehn EU-Länder beliefern zu können, beginnt der Binnenmarkt, sich aufzulösen.

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