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9/ Besonders bemerkenswert: Ihre Dienste kommen offenbar insbesondere rechten, rechtsextremen und pro-russischen Parteien zugute. Wie das funktioniert, zeigen neue Recherchen beispielsweise in Rumänien.

10/ Das Investigativportal Snoop hat geleakte WhatsApp-Nachrichten ausgewertet. Darin entwickelten Urich und Einhorn politische Kampagnen u.a. für die rechtsextreme Partei AUR von George Simion in Rumänien.

11/ Einhorn entwickelte Texte, Social-Media-Grafiken, Videos und Kampagnen gegen Präsident Nicușor Dan. Die Botschaft: Rumäniens Regierung versagt, staatliche Institutionen zerfallen, das Land braucht sofort Neuwahlen. Urich stimmt die Entwürfe ab.

12/ Snoop.ro konnte zeigen, dass mehrere dieser Desinformations- und Deligitimierungs-Botschaften von Perception.Media anschließend tatsächlich auf offiziellen Kanälen der AUR 1:1 so veröffentlicht wurden.

13/ Das ist entscheidend: Es ging nicht nur um lose Kontakte oder Beratung, sondern um konkrete Desinformations-Kampagnen, die nachweislich ausgerollt wurden, um die politische Stimmung in den Zielländern zu beeinflussen.

14/ Auftraggeber für Urich & Einhorn in Rumänien – angeblich AUR-Chef George Simion – fiel wiederholt durch Verherrlichung von Holocaustleugnern auf. Seine Partei bekämpft die Holocaust-Erinnerungskultur, vertritt auch sonst klar rechtsextreme Positionen.

15/ Ausgerechnet Berater des israelischen Regierungschefs halfen dieser Partei. Warum? Simion unterhält enge Verbindungen nach Russland, unterstützte Călin Georgescu, den kremlfreundlichen Kandidaten, dessen Wahl 2024 wegen massiver russischer Einflussnahme annulliert wurde.

16/ Was bedeutet das? Berater aus Netanjahus Umfeld unterstützen offenbar eine politische Kraft, deren Aufstieg auch im Interesse Moskaus liegen könnte. War das bloß ein lukratives Geschäft? Politische Nähe? Oder gibt es weitere Interessen? Und von wem?

17/ Auch in Serbien war Einhorn lange tätig: Er beriet Ex-Präsident Vučić und entzog sich in Belgrad dem Zugriff israelischer Behörden. Vučić unterhielt bekanntlich ebenso enge Beziehungen zu Russland und schwächte systematisch die Medienfreiheit und demokratische Institutionen.

18/ Ein Muster ist auffällig: Nicht die Interessen Israels scheinen primär das Geschäft Perception.Media zu bestimmen, sondern die Bereitschaft, für unterschiedliche Auftraggeber politische Macht zu organisieren.

19/ Katar, Netanjahus Likud, rechtsextreme Parteien in Europa - die Kunden scheinen mehrheitlich allesamt keine Freunde liberaler Demokratien, von Freiheit und Rechtsstaatlichkeit zu sein.

20/ Was hat das nun alles mit Deutschland zu tun? Auch die Frankfurter Rundschau hat die geleakten Nachrichten untersucht. Am 5. September 2026 schreibt Einhorn an Urich darin u.a.: „Sprich mit mir, es gibt eine nette bezahlte Arbeit mit der CDU.“ Was steckt dahinter?

21/ In Urichs Kontaktliste finden sich laut @fr-zeitung.bsky.social Telefonnummern führender CDU-Politiker und Mitarbeiter. Darunter Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt, Staatskanzleichef Stefan Gruhner sowie CDU-Politiker und Mitarbeiter aus Brandenburg.

22/ Auch eine Verbindung ins engere Umfeld von Jens Spahn findet sich darunter: Marc Degen, der lange Zeit als Strategieberater für Spahn arbeitete, steht in Urichs Kontakten.

24/ Die CDU in Thüringen und Brandenburg bestätigte oder dementierte dies auf Anfrage nicht. Es könnte also wiederholt Aufträge oder „Projekte“ im Umfeld der Union gegeben haben.

25/ Der SPIEGEL berichtet nun: Schon 2024 erhielt die Redaktion Hinweise, Einhorn habe Mario Voigt & Jan Redmann in ihren Landtagswahlkämpfen unterstützt. Eine israelische & eine deutsche Quelle bestätigten dies. Es geht also um konkrete Wahlkampfhilfe, nicht nur einen Kontakt.

26/ Besonders bemerkenswert: Schon 2024 fragte der SPIEGEL beide CDU-Landesverbände konkret nach Aufgaben, Zeitraum und Bezahlung. Beide verweigerten Antworten. Jetzt fragte der SPIEGEL erneut. Wieder Schweigen. Warum beantwortet die CDU diese Fragen seit zwei Jahren nicht?

27/ Besonders aktuell und konkret wird die Zusammenarbeit mit Urich & Einhorn laut @fr-zeitung.bsky.social nun in Hessen. Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) wollte die Leugnung des Existenzrechts Israels unter Strafe stellen. Die Bundesregierung äußert erhebliche verfassungsrechtliche Bedenken.

28/ Kurz darauf begann eine auffällige internationale Unterstützungskampagne. Am 28. August lobt Israels Außenminister Gideon Sa’ar den hessischen Vorstoß. Rhein und Hessens CDU-Generalsekretär Leopold Born verbreiten seine Botschaft anschließend weiter.

29/ Wenige Tage später sprechen Einhorn und Urich über den angeblich bezahlten CDU-Auftrag. Die geleakten Chats zeigen, wie die beiden mindestens einen weiteren öffentlichen Unterstützungsbeitrag vorbereiten.

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30/ Sie entwerfen einen Text für Israels Diaspora-Minister Amichai Chikli. Am 7. September veröffentlicht Chikli genau diese politische Botschaft auf seinem offiziellen X-Account.

31/ Chikli lobt Boris Rhein ausdrücklich und fordert den Bundestag auf, das Gesetz zu verabschieden. Sein Sprecher bestätigte laut FR, dass Urich ihm den Text diktiert hatte.

33/ Auffällig: Im selben Zeitraum ändert Boris Rhein – der sich noch 2023 für eine klare, eindeutige, dicke Brandmauer zur AfD aussprach – 2026 plötzlich Seine öffentliche Meinung zu, man solle „keine Brandmauern errichten, sondern Brücken bauen“.