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Dass sich eine Partei, nach Trennung vom BSW und mit drölftausend Neumitgliedern zurechtruckeln und ein neues Selbstverständnis finden muss: klar. Was aber wirklich Sorge macht, ist, dass die Führung der @die-linke.de das Problem #Antisemitismus nichtmal öffentlich nennt, sondern offenbar ignoriert.

Du auch? Wenn man nur laut genug schreit, muss etwas dran sein? Also lieber das Maul zerreißen, als eine fortschrittliche Regierung in Berlin unterstützen?

Die Linke hat kein systemisches Antisemitismus-Problem, weder in der Partei noch bei den Anhängern. Das finde ich plausibel und glaubhaft, denn Menschen, die politisch programmatisch gegen Rassismus und Diskriminierung kämpfen, sind auch gegen Antisemitismus.

Die DDR hat den Staat Israel 40 Jahre lang nicht anerkannt und auch nach der Wiedervereinigung blieb die Partei anti-westlich eingestellt. Es gibt Strömungen in der Partei (Antideutsche), die sich gegen Antisemitismus engagieren, aber die machen nicht die Mehrheit aus.

Antirassismus macht eine Partei nicht immun gegen Antisemitismus. Stalinismus und DDR verstanden sich ausdrücklich als antifaschistisch und antirassistisch und entwickelten dennoch antijüdische Kampagnen. Ob Die Linke heute ein systemisches Problem hat, muss empirisch geprüft werden.

Ich finde, dass ehrlicher Antirassismus absolut immun macht gegen Antisemitismus. Das Beispiel mit der DDR hinkt: das System war hinten und vorne heuchlerisch.