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Weil sich der große Mythos "Milliardäre haben sich ihren Reichtum doch selbst hart erarbeitet" immer noch außerordentlich hartnäckig in der vollen Breite hält, hier ein Thread zum Thema: Warum man allein mit Fleiß, Risiko und Ideenreichtum NICHT zum Milliardär wird. 🧵/1

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Wie lange müsste ein Facharbeiter arbeiten, um Milliardär zu werden? Bei 50.000 € brutto, komplett gespart (null Leben, null Miete, null Essen): 20.000 Jahre. Realistischer: 10% Sparquote, 5.000 € im Jahr. Macht 200.000 Jahre für eine Milliarde. Menschen existieren seit etwa 300.000 Jahren. /2

Der Mythos lautet: harte Arbeit, gute Ideen, kalkuliertes Risiko. Wer es nicht schafft, hat halt nicht genug von alledem. Wer es schafft, hat verdient was er hat. Alle drei Faktoren erklären kein Milliardenvermögen. Sie sind notwendige Erzählung, nicht hinreichende Ursache. /3

Schauen wir auf die Mechanik: 1. Vermögen jenseits eines bestimmten Punktes wächst nicht allein durch Arbeit, sondern durch Kapitaleinkommen, also leistungs- bzw. arbeitsloses Einkommen: Erträge aus Boden, Patente, Anteile, Plattformen, Markenrechte. Das Geld "arbeitet". Der Mensch nicht. /4

Der Ökonom Thomas Piketty hat es nüchtern formuliert: Kapitalrendite (r) übersteigt strukturell das Wirtschaftswachstum (g). Wer Vermögen hat, wird schneller reicher als die Volkswirtschaft wächst. Wer nur Arbeit hat, bleibt zurück. Das ist reine Mathematik. Keine Ideologie. /5

Grosse Vermögen enstehen niemals legal, sondern nur und ausschliesslich durch Korruption, Ausbeutung, Raub, Umweltzerstörung, Wirtschaftskriminalität und Gewalt. Man schaue sich dazu die Geschichte der Milliardenvermögen an. Sie ziehen eine blutige Spur durch die Geschichte.

Andererseits: jemand hat eine tolle Idee, macht einen billigen Laden auf, anders als gewohnt. Die Kunden finden das super und stürmen reihenweise. Heute heißt das Billa. Hätte Wlaschek das nicht tun sollen? Die begeisterten Kunden haben ihn reich gemacht.

Wlaschek hat gesagt: "Ich bin mit der Greißlerei wohlhabend geworden, gelebt habe ich immer von den Realitäten." Reich gemacht hat ihn nicht der Laden, sondern die Grundstücke darunter - Mieteinnahmen erst von sich selbst, nach 1996 von Rewe. 4 Mrd. heute steuergeschützt in Privatstiftung. /1

Das Geschäftsmodell hieß wörtlich "Billiger Laden". Wer den geforderten Einkaufspreis nicht akzeptierte, flog. 2004 ermittelte die Wettbewerbsbehörde wegen Marktmachtmissbrauchs. Lieferanten verweigerten reihenweise Aussagen aus Angst vor Konsequenzen. /2

Marge wächst nicht aus dem Nichts, sondern indem Kosten weitergereicht werden: An Leiferanten, Personal, an Sozialkassen. Was bei Wlaschek als Vermögen ankam und heute steuergeschützt in der Privatstiftung liegt, hat anderswo gefehlt: bei Löhnen, bei Margen kleiner Lieferanten, beim Gemeinwohl. /3

Dass die Einkäufer der Kette Drachen sind, habe ich als Mitarbeiterin eines Lieferanten genau erfahren. Aber wer Reichweite will, dem bleibt kaum eine Wahl. Letztlich ist es der Kunde, der entscheidet. Und das tut er nach Bequemlichkeit und Preis.

👉 auch nicht mit 1000€ Stundenlohn netto, unversteuert 24/7/52 in 60 Jahren Arbeitsleben: 1000 x 24 x 7 x 52 x 60 = 524 160 000 denn da fehlen immerhin noch 475 840 000 € auf die erste Milliarde 🤑

Haben wir bei Jane Austin gelernt: Geld heiratet Geld, wer keins hat, einen Pastor mit lohnendem Sprengel, wer keins heiratet, wird samt Gatten nach Schottland entsorgt

Tolle Erklärung, wird nur keinen von denen, die diese Rechtsradikalen und Rechtsextremen wählen, interessieren, und die Faschos, die an der Macht sind, ändern in eigenem Interesse natürlich nixx: Kurz zusammengefasst in diesem Bild:

Wenn es für die Milliardäre so einfach ist, Reichtum zu erlangen, hätte ich gerne eine Regierung, die ihnen diesen ganzen Reichtum wegnimmt. Es würde ja nicht lange dauern, dann hätten die Milliardäre wieder Reichtum angehäuft, wenn es so einfach und ihrem Können geschuldet wäre. Oder?

otzenpunk@otzenpunk.bsky.social

Um das ins Verhältnis zu setzen: Wenn einer sein Leben lang jedes einzelne Mal den Lotto-Jackpot (6 Richtige + Superzahl) gewinnen würde, niemals geteilt mit jemand anders, wäre er immer noch nicht so reich wie Susanne Klatten oder Stefan Quandt! So viel harte Arbeit (anderer Leute) steckt da drin!