Christian W. Röhl

Christian W. Röhl

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Citoyen | Investor | Aktivist für Investment-Kultur | Job: Chief Economist @ Scalable Capital | #Aktien #ETFs #Fonds | Personal Views | Keine Anlageempfehlungen

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30% Gewinnwachstum im S&P 500 ist die Konsens-Erwartung für die laufende Quartalssaison – wobei dieses prächtige Plus zu einem Drittel von Micron und Nvidia kommen soll. Insgesamt dürften 6 Tech- und 4 Energie-Unternehmen für die Hälfte des Gewinnwachstums sorgen. [via WSJ]

Micron nun knapp 30% unter dem Hoch vom Juni – gemessen an der Historie nichts Besonderes: In den letzten 15 Jahren hat die Aktie des Speicherchip-Champions bereits 5 Unterwasser-Perioden mit Rücksetzern von 40-75% erlebt. If you can't stand the heat, stay out of the kitchen.

Der Wahlsieg des Linken Lula tut brasilianischen Aktien nicht gut: Der iShares Brazil ETF am Morgen -20% – womit allerdings nur die Gewinne seit Ende August ausradiert sind. Auf 12M in Euro noch immer +25%, mehr als der S&P 500. Und politische Börsen haben ja oft kurze Beine…

World ex US, EM ex China, Asia ex Japan – es gibt in zwischen so viele "ex ETFs", aber noch keinen ACWI ex KI. Also die Börsenwelt ohne Hyperscaler, Musk-Aktien, IT-Sektor und Elektrifizierung. Dazu vielleicht ein Sektor-Cap bei 20%. Würde dann so aussehen ⤵️

Ob Kanada das bessere Amerika ist oder nicht einfach ein Land mit kluger Strategie, sei dahingestellt. Fakt ist: Seit Beginn von Trumps 2. Amtszeit hat der MSCI Canada ETF doppelt so stark zugelegt wie der S&P 500 ETF – vor allem dank Energie- und Minen. Noch größer ist der Finanz-Klumpen: 40%.

"Ausverkauf" bei Tech-Aktien? Naja... der Nasdaq 100 und der IT-Sektor sind nicht einmal im Korrekturmodus (10% Drawdown). Und die Halbleiter haben zwar seit dem Hoch >20% verloren, liegen auf 12M aber noch immer >50% vorn.

Der erst im April lancierte hochkonzentrierte Speicherchip-ETF erlebt nach zwischenzeitlicher Verdreifachung einen 40%-igen Rutsch – während der noch vor einem halben Jahr verschmähte Software-Sektor tatsächlich auf einem Allzeithoch notiert!

Der Drohnen-ETF von HanETF bestätigt auch mal wieder, was die Ohio State University empirisch nachgewiesen hatte: Themenfonds kommen oft auf einem Höhepunkt des Zyklus – und dann geht's bergab. Seit Launch im März knapp 40% abgestürzt.

Nach aktuellen Umfragen könnten die Demokraten bei den US-Midterms am 03.11. den Senat (47:53) zu ihren Gunsten drehen und den Republikanern sechs Sitze abknöpfen. Aber: In fünf dieser potentiellen Pickup-Staaten beträgt der Vorsprung maximal 3 Punkte.

Auf Polymarket hingegen gibt es seit Ende September die klare Erwartung einer demokratischen Senatsmehrheit. Und die Meinungsbörsen hatten das Ergebnis der Wahl 2024 deutlich besser antizipiert als die Umfrageinstitute.

Und das Rennen um das Repräsentantenhaus ist auf Polymarket eigentlich schon entschieden: 91% zugunsten der Demokraten. Das deckt sich mit den Umfragen, wo die Blauen selbst ohne die "Too close to call"-Bezirke auf 226 Sitze taxiert werden. (Mehrheit ab 218)

Nach aktuellen Umfragen könnten die Demokraten bei den US-Midterms am 03.11. den Senat (47:53) zu ihren Gunsten drehen und den Republikanern sechs Sitze abknöpfen. Aber: In fünf dieser potentiellen Pickup-Staaten beträgt der Vorsprung maximal 3 Punkte.

Auf Polymarket hingegen gibt es seit Ende September die klare Erwartung einer demokratischen Senatsmehrheit. Und die Meinungsbörsen hatten das Ergebnis der Wahl 2024 deutlich besser antizipiert als die Umfrageinstitute.

RIP McRib 🍔 🪦 Bevor McDonald's Deutschland ihn am 27.10. aus dem Programm nimmt, muss ich ihn unbedingt nochmal essen. Erstmals seit ca. 25 Jahren. Den Kontersnack meiner Jugend. Die Rippchen-Illusion aus gehacktem Schwein. Den einzigen Burger, zu dem es ein Erfrischungstuch gab. Aus Gründen...

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Logische Schlussfolgerung: Damit die Hausse noch mehr Schwung kriegt, muss der Aktionszeitraum des McRib ausgedehnt werden – am besten auf ganzjährig! Ob Donald Trump da was drehen kann?

RIP McRib 🍔 🪦 Bevor McDonald's Deutschland ihn am 27.10. aus dem Programm nimmt, muss ich ihn unbedingt nochmal essen. Erstmals seit ca. 25 Jahren. Den Kontersnack meiner Jugend. Die Rippchen-Illusion aus gehacktem Schwein. Den einzigen Burger, zu dem es ein Erfrischungstuch gab. Aus Gründen...

Oder ist die Beerdigung des McRib auch hierzulande etwa nur ein Marketing-Gag – so wie die "Abschiedstournee" des BBQ-Burgers 2022 in den USA? Dort ist der McRib ja schon lange ein Aktionsprodukt, das nur im Spätherbst für ein paar Wochen zurückkehrt.

Und während es den McRib gibt, läuft sogar die Wall Street besser! An Tagen mit McRib im McDonald's-Sortiment war der durchschnittliche Tagesgewinn im S&P 500 Index 2010-25 satte acht Basispunkte höher als an Tagen ohne McRib.

Seit fast 4 Jahren* treibt KI die Wall Street. Aber drei europäische Börsen mit marginalem Tech-Exposure sind noch besser gelaufen als der S&P 500 – Madrid, Mailand und Wien. Schwergewichte dort: Banken, Versorger, Energie. *) 30.11.2022: Launch von ChatGPT

Abgesehen vom LTCM-Debakel der Herren Merton und Scholes sind einige Nobelpreisträger aber wirklich gute "Anlageberater" – dergestalt, dass sich aus ihrer Forschung nützliche Grundregeln für rationales Investieren ableiten lassen:

Abgesehen vom LTCM-Debakel der Herren Merton und Scholes sind einige Nobelpreisträger aber wirklich gute "Anlageberater" – dergestalt, dass sich aus ihrer Forschung nützliche Grundregeln für rationales Investieren ableiten lassen:

☝️ Systematisch streuen (Markowitz/Sharpe, 1990) ☝️ Automatisiert sparen (Thaler, 2017) ☝️ Vermögensplanung über den gesamten Lebenszyklus (Modigliani, 1985) ☝️ Psychofallen vermeiden (Kahnemann, 2002)

Heute wird verkündet, wer den "Wirtschaftsnobelpreis" erhält! 1997 wurden Robert Merton & Myron Scholes geehrt – beide nicht nur Wissenschaftler, sondern auch Direktoren des Hedgefunds LTCM, dessen Kollaps ein Jahr später fast zur Kernschmelze des Finanzsystems geführt hätte.

"Wirtschaftsnobelpreis" deswegen in An- und Abführung, weil dieser anders als die Preise für Physik, Chemie, Medizin, Literatur und Frieden nicht von Alfred Nobel gestiftet wurde, sondern von der Schwedischen Reichsbank – in Erinnerung an Alfred Nobel.

Ja, Oktober kann ein beängstigender Monat für Aktien sein. Dabei sind August, September und Juni statistisch viel gefährlicher. Aber auch im November, Dezember, Januar, Februar, März, April, Mai und Juli gab's immer mal wieder fette Verluste. Aber langfristig ging's gut aus.

Wie sehr ein paar hoch gewichtete Tech-Dickschiffe (mal wieder) die Indices stützen, zeigt auch der – nicht durch Wechselkurse verzerrte – Blick in den S&P 500: ➡️ Nur IT und Kommunikation haben im September zugelegt – getragen von den Chip-Champions bzw. Meta Platforms (+25%).

➡️ Unter den gleichgewichteten Sektor-Indices schafft nur IT ein müdes Plus, während alle anderen Branchen abgesehen von Health Care mehr als 5% verloren haben. Der breite Markt steht von der Zinsseite also bereits kräftig unter Druck. Auch MID (-4,4%) und SML bestätigen dieses Bild.

Die Theorie sagt: Wachstumswerte leiden besonders unter steigenden Zinsen. Zumindest für die Big Techs gilt das im aktuellen Zyklus (noch?) nicht – ausgerechnet IT und Kommunikation sind im September klar im Plus. Davon profitiert auch der MSCI World Momentum. Top 3 Positionen Micron, AMD, Intel.

Die meisten Aktienbörsen erleben einen roten September, die Welt-Indices in Euro sind trotzdem grün – weil die Schwergewichte stützen: In den Industrieländern die USA und Japan, bei den Schwellenländern Taiwan und Südkorea. Brasilien profitiert von Öl und starken Banken.

Willkommen im Oktober – nachdem steigende Zinsen im Vormonat kräftig auf die Stimmung bei Aktien, Renten und Gold gedrückt haben. Dass S&P 500, Nasdaq und Nikkei in Euro dennoch grün sind, liegt an Big Tech, Dollar (+2,5%) und Yen (+3,6%). Ebenfalls stark: Rohstoffe und Bitcoin.

Schaffung von Kapital ist notwendig, um die Produktivität unserer Wirtschaft zu machen. […] Streuung von Besitz in weitem Umfang ist nötig, um einer möglichst großen Zahl von Staatsbürgern Selbstgefühl und das Gefühl der Zugehörigkeit zum Volksganzen zu geben.“ Wer hat's gesagt und wann?

Zweite Inflationswelle (nach 2021/22) rollt: In Spanien sind die Preise mit einer Jahresrate von 5% gestiegen. Die vorläufigen Zahlen für Deutschland kommen morgen.

Oura IPO erstmal abgesagt, trotz "starker Nachfrage". Ja, nee, is' klar... 10x Umsatz für eine Hardware-Firma, deren Altaktionäre auscashen wollen – das war dann selbst mit Health- und Wearable-Narrativ too much für einen erfolgreichen Börsengang. Markthygiene ist intakt.

Auch wenn die globale Verschuldung und das geopolitische Umfeld starke Argumente für Gold liefern, bleibt für den Moment festzuhalten: Seit dem spekulativen Überschwang vom Jahresanfang sehen wir fallende Hochs…

Für mich ist Gold unverändert ein strategischer Portfolio-Baustein. Dennoch fühle ich mich ein bisschen an 2011/12 erinnert: Auch damals sprach (auch wg Euro-Schuldenkrise) "eigentlich alles" für Gold, aber die Feinunze ist erstmal jahrelang abgetaucht – und damals sind die Zinsen sogar gefallen...

„Coexist in peace“? Das kennen wir von Chruschtschow, der die „friedliche Koexistenz“ 1956 zur außenpolitischen Doktrin der Sowjets erhob. Es folgten Mauerbau und Kubakrise…

Unabhängig von dem, was beim Gipfel in Washington außer Pandabären noch so rauskommt: Das Ringern zwischen den USA und China um die Vormachstellung in der Welt bleibt das Leitmotiv der nächsten Jahr(zehnt)e. Das lässt sich nicht wegverhandeln.

„Ich habe meine Vermutungen, was passiert. Du hast deine. Aber was heute als gängige Meinung gilt, könnte in sechs Wochen wie blanker Unsinn aussehen“, schreibt Karl Rove, einst Berater von George W. Bush, mit Blick auf die US-Wahlen. Ein Satz, der auch für die Börse passt…

Rendite deutscher Bundesanleihen vor 5 Jahren – und heute. Damals wurde der Staat fürs Schuldenmachen bezahlt, aber man hat sich zur schwarzen Null getrickst. Heute sind die Zinsen am langen Ende so hoch wie vor 15 Jahren, aber man macht Schulden als wäre das Geld kostenlos.

McDonald's > NEXT heißt die neue Strategie des Burgerbraters – und auch wenn man in der Dokumentation zum gestrigen Kapitalmarkttag auf die Red Flag-Vokabel "laser-focused" verzichtet: Der Börse schmeckt's nicht. Aktie nun 30% unterm Allzeithoch, ein bei MCD seltener Drawdown.

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Aber irgendwann wird der Zyklus wieder nach oben drehen und dann dürfte sich bewahrheiten, was Karl Lagerfeld sagte: "Man muss das Geld zum Fenster hinauswerfen, damit es zur Tür wieder hereinkommt." MCD investiert in die Zukunft – weil man es kann, im Gegensatz zu vielen Restaurantketten.

Das heißt freilich nicht, dass die Durststrecke beim Kurs bald vorbei sein muss. Im Gegenteil – die Aktie ist sehr inflationssensibel. Und das Prädikat "Dividendenaristokrat" sollte eben nicht darüber hinwegtäuschen, dass MCD zurecht als "zyklischer Konsum" klassifiziert wird.

McDonald's > NEXT heißt die neue Strategie des Burgerbraters – und auch wenn man in der Dokumentation zum gestrigen Kapitalmarkttag auf die Red Flag-Vokabel "laser-focused" verzichtet: Der Börse schmeckt's nicht. Aktie nun 30% unterm Allzeithoch, ein bei MCD seltener Drawdown.

Das verdirbt einem als Aktionär den Appetit: $5 Mrd. Modernisierungszuschüsse und Mietnachlässe bis 2030. Auch beim "Gasthof zum Goldenen M" geht man wohl davon aus, dass Sentiment und Budgets der US-Verbraucher mies bleiben – sonst würde man Franchisenehmern nicht so unter die Arme greifen.

Der klandestine Rohstoffhändler Trafigura geht an die Börse – aber nur mit der Tankschiff-Sparte, die momentan vom Frachtraten-Boom profitiert. Immer dasselbe: Wenn's Brei regnet, halt den Löffel raus... Wäre indes nicht das erste Mal, dass so ein Deal das Zyklus-Top markiert.

Der Ölpreis zurück über der 100-Dollar-Marke. Schlecht für die Wirtschaft und die Börsen-Stimmung – abgesehen von Energie-Aktien. Die sind gemessen an den ETFs dieses Jahr nun schon >40% im Plus… und damit auf beiden Seiten des Atlantiks mitten im KI-Boom der stärkste Sektor.