Peter Plener

Peter Plener

@peterplener.bsky.social

Οὖτις. Spielt Pétanque beim Wiener Sport-Club. Geht in die >Austrian School of Government< (Abt. III/12 im ›Ministerium für die wirklich wichtigen Dinge‹): The Bureaucracy is the Massage — https://cenex.net

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Bluesky ist der ›Ansicht‹, dass Sachauskünfte und Verweise Spam seien. (Man kann dagegen nicht wirklich berufen; natürlich nicht: dysfunktionale Algorithmen sind nicht ›belehrbar‹.)

☜ … »Materialisierungen administrativen Eigensinns«. Die Leitdifferenz von Ordnung und Organisation ermöglicht, Kanzleiordnungen als »spezifische Intelligenz der Bändigung [auch: Detrivialisierung] von Macht durch Herrschaft« einzustufen – und zu erkennen, dass die begriffliche Dominanz … [2/3] ☞

☜ … im Laufe der Jahrhunderte von Ordnung auf Organisation übergeht. Und: derartige Routineprogramme (cf. Luhmanns Lob der Routine) steuern ihnen überantwortete Prozesse eigenzeitlich und eigensinnig; derart widerstehen sie willkürlichen (etwa populistisch-sachfremden) Frist- & Zwecksetzungen. [3/3]

☜ … dem amtlich-literarischen Werk Kafkas, v.a. »Process« und »Schloss«, vor; Luhmanns und Kafkas Sicht auf Verwaltungspraxis werden sodann durch das Relais des Genres Kanzleiordnung geschleust, um die für beide Experten-Perspektiven maßgeblichen strukturbedingten Ambivalenzen des … [2/3] ☞

☜ … ›kanzleimäßigen‹ Betriebes herauszustellen. Denn Kanzleiordnungen fungieren nicht nur fremdreferenziell, als »Navigationsinstrument eines Organisationssystems in einer wechselhaften Umwelt«, sondern auch selbstreferenziell, als »Korrekturinstrumente der internen Abläufe«. Exit Kanzlist. [3/3]

☜ … die Kategorie der Friktion, der Reibung; sie entwickelt eine heuristische Kategorie, um Verwaltung als nicht-triviale Organisation zu beschreiben. Friktion erweist sich so als Begriff, der zwischen Innen und Außen der Verwaltung vermittelt und auch Kanzleiordnungen vor, während und nach… [2/3] ☞

☜ … der ›Maschine‹ analysierbar macht. Friktionen durch Medien, Schreibpraktiken, Ausbildung und Aktenlauf (cf. Kanzlei-Ordnungen) erzeugen derart nicht mehr einfach Störungen, sondern ermöglichen organisationale Produktivität, quasi ›Feedbacks‹ der Prozesssteuerung an das Prozessmanagement. [3/3]

☜ … weiter in hierarchische Anordnungen verwandeln. Auch die vorgebliche Zeitlosigkeit der digitalen Kommunikation scheint hierbei keine Alternativen zuzulassen. Und sie spitzt zu: »[…] digitale Prozesse gibt es nicht.« Im Rückgriff auf die Methode einer vergleichenden Mediengeschichte … [2/3] ☞

☜ … stellt Menne-Haritz die Frage nach dem Vorgang und Prozess neu: man müsse herausfinden, »wie dem digitalen Medium der Umgang mit Zeit beigebracht werden kann«, d.h. in digitalen Umgebungen Formen der Kooperation von verteilten Kompetenzen mit der Schaffung interner Zeit entstehen. [3/3].

☜ … (und fragt wie nebenbei, ob die Einführung von automatisierter, computationell gestützter Bearbeitung als ein qualitativer Bruch im Verwaltungshandeln zu klassifizieren sei). Die Maschinenmetapher versteht er nun nicht in ihrer dominanten sprachbildlichen Verwendung, …[2/3] ☞

☜ … sondern im theoriekonstitutiven Sinne; mithin veranschaulicht die (Maschinen- bzw. Turing bzw. Computer-) Metapher die Hypothese hier nicht, sie ist vielmehr die Hypothese selbst. Und: LLMs und Konnektionismus werden nicht den Einwänden gegen die Computer-Metapher entgegen sein. [3/3]

☜ Sie erläutert die verschiedenen Schritte, Vermerke, Kennzeichen und Sprungmarken, die auf Aktenstücken angebracht werden, um den Entscheidungsprozess zu dokumentieren und zu steuern. Die Rolle der Bürokratie in Österreich wird ebenso beleuchtet wie die Notwendigkeit, Codierungen und … [2/3] ☞

☜ … Steuerzeichen auf Akten zu verstehen, um deren vollständigen Informationsgehalt zu erfassen. Darüber hinaus werden die Auswirkungen der allgemein so bezeichneten ›Digitalisierung‹ auf die Forschung und Verwaltung sowie die aktuellen Herausforderungen der Aktenkunde diskutiert. [3/3]

ad Prozesssteuerung (08): Die Kanzleiordnung von 1923 ist bemerkenswert, da sie mit bloß 16 Seiten eine organisatorische, medientechnische, sprachliche und kulturtechnische Vereinheitlichung sämtlicher Zentralstellen nach sich zog und im Kern über mehr als ein halbes Jhdt. Bestand hatte. [1/3] ☞

☜ … Abgefasst wurde die Grundlage des österreichischen Verwaltens im 20. Jhdt. (bis heute) auf einer Carte blanche der in der Sache ahnungslosen politischen Ebene. Der Plan kam aus der Verwaltung – ein Coup d’etat par l’administration. Ich skizziere in »Kanzleiordnung und Industrienorm … [2/3] ☞

ad Prozesssteuerung (07): Im Jahr 1911 erfolgte der Startschuss für eine umfassende Verwaltungsreform in der Habsburgermonarchie. Peter Becker untersucht in seinem Aufsatz »Die Kaiserliche Kommission zur Förderung der Verwaltungsreform. Ereignisse und Faktoren für ... [1/3] ☞

☜ ... auf Proto-Schwarmintelligenz gesetzt, im Bemühen, parteipolitischer Einflussnahme, Klientelpolitik und national-nationalistischen Befindlichkeiten aus dem Weg zu gehen: so wurden etwa Klassen und Völker durch ›die Bevölkerung‹ und deren »sorgfältig ausgearbeiteten Fragebogen« ersetzt. [3/3]

ad Prozesssteuerung (06): »Ob es Kontrollbehörden gibt? Es gibt nur Kontrollbehörden.« – und die moderne Bürokratie lässt sich auch als Antwort auf den kritischen Kontrollbedarf der beschleunigten Produktion und Distribution von Waren im Laufe des 19. Jahrhunderts verstehen. Benno Wagner … [1/3] ☞

☜ … Kontrollinstanz, und zugleich als Spurenkörper der ihr innewohnenden Friktionen und Fehlfunktionen. Mitlaufende Exkurse in das literarische Werk Franz Kafkas lassen dieses als detailliertes Gutachten über die Rolle der Bürokratie im Staatsgefüge der Habsburger Monarchie lesbar werden. [3/3]

ad Prozesssteuerung (05): Die Rolle des Amtsdieners in der bürokratischen Operationskette offenbart prekäre Machtverhältnisse am Übergang von Verwaltung und Alltagsverfügung. Zwischen Kanzleiordnungen, Vorschriften und einer »grotesken Souveränität« qua (Fremd- und Selbst-) Zuschreibungen … [1/3] ☞

☜ … diesen Akteueren einer zu beschreibenden Macht: Prozesssteuerung erster Ordnung; im Wortsinn in Kraft tretend. Bürokratie wird so zur essenziell pathologischen Formation, ihre innersystemische Prozesssteuerung zu einer Unfallfunktion: das »Stottern der bürokratischen Maschine« erzählbar. [3/3]

»Ich löse auf.« – so durfte ich dem schönen Band »Fragilität. Konturen einer Semantik« – von @lkinvectivity.bsky.social @marenlickhardt.bsky.social und Matthias Schaffrick hg., @nielswerber.bsky.social zugeschrieben – einen Beitrag zum »Geisterbeamten am Schreibtisch« einschreiben.

Lars Koch@lkinvectivity.bsky.social

Unser Buch zur Semantik der Fragilität ist erschienen. Das freut mich und meine Mitherausgeber:innen sehr, zumal es einen besonderen Anlass gab: www.wallstein-verlag.de/978383535987...

☜ … ›Instruktion für die Kanzleimanipulation bei der Privat- und Familienfondsgüterdirektion‹ – anhand verschiedener Kanzleiordnungen und Normalien die Verwaltung des Vermögens der Familie Habsburg-Lothringen zwischen 1848 und 1916. Wie funktionierten also des Kaisers sozusagen ›private‹ … [2/3] ☞

☜ … Verwaltungsbehörden? Die in den relevanten Amts-Instruktionen auffindbaren (aus den Archiven erschließbaren) Probleme und Lösungen – Prozesssteuerungen … – entwickelten sich jedenfalls zeitlich wie sachlich (und en passant personell) in enger Korrespondenz zur Staatsverwaltung. [3/3]

☜ … wie diese im Laufe des 19. Jahrhunderts bei den einzelnen Regierungen durch weitere Verordnungen und Instruktionen ergänzt und präzisiert wurden, wobei sie der teils von der Norm abweichenden täglichen Praxis immer weiter angeglichen wurden (quasi: norm follows function &c.). [2/2]

☜ … eine Wechselgeschichte zweier amtlicher Textsorten – Kanzleiordnungen und gleichsam didaktischer Leitfäden, wie denn nun zu verwalten sei – im Dienste institutioneller Selbstbindung. Er zeigt die semantische Ausweitung des Begriffs »Leitfaden« zu einem Deckbegriff für verbindliche … [2/3] ☞

☜ … Vorgaben und profiliert das Zusammenspiel von Norm, Medium und Praxis: Ob und wie ein Text ›steuert‹, ergibt sich aus der Einbettung in Verfahren, Geräte und Organisationsformen. Auch am Epilog zu Gegenwart (KI-Guidelines &c.) und administrativen Algorithmenbedürfnissen fehlt es nicht. [3/3]

ad Prozesssteuerung (01): Es gibt ein Funktionieren vor der Maschine. Dass Kanzleiordnungen in der Frühen Neuzeit ff. als Prozesssteuerungen zweiter Ordnung auf den Plan treten, um jene erster (die ›policeylichen‹ Regulierungsbereiche von Handel über Gesundheit bis Familie) zu integrieren … [1/3] ☞

☜ … mit eigener Handlungsträgerschaft steht also die Arbeit an Hofordnungen, Personenkonstellationen & sozialen Gefügen rund um das, was Rats- und Schreibstuben vermögen sollen. Was hier wie passiert, geprüft und weiter entwickelt wird, ist Vorbedingung für die Ratio der Verwaltungsmaschine/n. [3/3]