Renate Bergmann

Renate Bergmann

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geb. Strelemann, vierfach verwitwet, 82 Jahre alt, Berlin-Spandau

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Hier schreibt Renate Bergmann, guten Morgen. Ich habe Gertrud vom Balkon aus gewinkt. Sie ist mit Norbert Gassi und kam hier vorbei. Man kann sie gar nicht übersehen, sie hat eine sehr auffällige Jacke. So ein lautes, schrilles Taxi-Beige, wissen Se? Nicht sehr dezent. Aus ihr wird keine Dame mehr.

Hier schreibt Renate Bergmann, guten Morgen. Jedesmal ist es ein Theater, wenn die Uhr am Herd umgestellt werden muss! 1000 Knöpfe und alles blinkt. Jetzt ist Oberhitze 195 Grad eingestellt statt 6:50 Uhr. Ich muss Stefan anrufen, der Junge muss das für mich machen. Bevor noch die Gans verkohlt!

Wir haben heute richtig herrliches Herbstwetter mit Regen und Sturm. So ungemütlich, dass man ohne schlechtes Gewissen einfach auf der Couch bleiben kann und niemandem eine Ausrede präsentieren muss, warum man keinen Sonntagsspaziergang macht. Ganz wunderbar!

Hier schreibt Renate Bergmann, guten Morgen. Katerle maunzt schon nach Frühstück, aber der wartet noch bis halb acht. Man gewöhnt sich am besten gleich am ersten Tag daran, dass es eine Stunde später was gibt, dann ist man ruck-zuck im Rhythmus.

Oma Strelemann war im ganzen Landkreis bekannt als beste Grünkohlabschmeckerin. Wenn irgendwo Grünkohl gekocht wurde, wurde Oma eingeladen und musste würzen. Ich habe viel von ihr gelernt, ich glaube, sie würde an meinem Grünkohl nichts zu meckern haben.

Hier schreibt Renate Bergmann, guten Morgen. Heute will ich Grünkohl kochen, frisch aus dem Garten, so richtig schön mit Schmalz und Zwiebeln und Kassler... Gertrud sagt immer: "Du kochst das nur, damit du einen Vorwand hast, einen Korn zu trinken!". Pah! Als ob ich einen Vorwand bräuchte.

Gleich kommt Ilse zum Kaffee. Wir wollen die nächsten Tage Stolle backen! Natürlich kennen wir beide das Rezept, aber trotzdem gehen wir die Zutaten lieber gemeinsam bei einer guten Tasse Bohnenkaffee durch und besprechen alles.

Hier schreibt Renate Bergmann, guten Morgen. Wissen Se, die Moden ändern sich. An kaputte Hosen habe ich mich gewöhnt und auch an Pierzing. Aber warum kleben sich die Mädchen bloß schwarze Bürsten auf die Augenlider? Findet das jemand schön? Ich versteh die Welt nicht mehr!

Ich bin gerade zur Tür rein. So viel Spaß die Leserei auch macht, das Reisen ist doch sehr beschwerlich, wann man älter wird. Ich glaube, bevor ich mich an die Wäsche mache, lege ich mich tatsächlich mal eine halbe Stunde auf das Schäselong.

Neues von den Rolltreppen am Südkreuz, die seit Mitte Februar kaputt sind: sie sind jetzt komplett entfernt. Dafür ist der Fahrstuhl kaputt. Ganz egal, was der Kennedy gesagt hat: ich schäme mich für Berlin.

Ich habe mein Reisekostüm aufgeplättet und der Koffer steht gepackt im Flur: Heute reise ich wieder zur Lesung, dieses Mal nach nach Mühlhausen im schönen Thüringen! Ich bin schon sehr gespannt, ob und wie viele Stunden zu spät die Bahn wohl kommt.

Ich habe ja den Verdacht, Lotti Möpert macht sich heimlich Schnaps in den Kaffee. Aber man will sich mit so einem Vorwurf ja nicht den Mund verbrennen. Wer weiß, vielleicht ist sie nur von Natur aus ein bisschen überdreht. Ich sage lieber nichts.

Hier schreibt Renate Bergmann, guten Morgen. Ja, der Herbst ist da, man kann es nicht leugnen. Jetzt muss man morgens schon die Zähne mit lauwarmem Wasser anwärmen vor dem Einsetzen.

Hier schreibt Renate Bergmann, ich wünsche einen guten Morgen und einen schönen Sonntag! Bei mir gibt es heute Hühnersuppe mit viel Gemüse drin. Das ist genau das richtige bei diesem Wetter. Viele schniefen ja schon, aber Hühnersuppe stärkt auch vorbeugend. Das ist was Feines!

Ich habe noch eine Flasche Schaumbad von Lux, da ist vorne Romy Schneider drauf. Damit bade ich nur vor Festtagen und nehme nur einen Teelöffel. Gertrud sagt, das wäre längst ranzig und riecht wie die Wurmkur von Norbert. Aber die ist nur neidisch!

Hier schreibt Renate Bergmann, guten Morgen. Sie sollten mich heute mal hinken sehen: Links zwickt mich der Rücken, und rechts hatte ich einen Wadenkrampf. Als ob ich den Durchfall nicht halten konnte, so humpele ich. Alt werden ist kein Spaß, glauben Se mir!

Ich bin fix und fertig heute. Drei Ämter hatte ich anzutelefonieren, es ging nur um Kleinigkeiten. Aber Sie machen sich kein Bild, wie schwer das ist! Seit heute morgen um neun habe ich über achtzig mal gewählt. Den Hörer abzunehmen ist offenbar aus der Mode gekommen.

Hier schreibt Renate Bergmann. Es ist nichts Wichtiges, ich will nur rasch einen schönen guten Morgen wünschen und störe nicht länger. Ich muss auch erstmal die Küchenschränke auswischen.

Bei Schröpfners auf dem Dach sieht es aus wie früher, als mein Wilhelm immer erst die Antenne richten musste, damit wir Rudi Carell reinkriegten statt "Ein Kessel Buntes". Ob die damit mehr Sender haben?

Hier schreibt Renate Bergmann, guten Morgen. Ich bin heute bei Ursula zum Frisieren angemeldet! Sie hat eine neue Trockenhaube. Mal sehen, ob ich unter der sitzen darf. Als Stammkundin steht mir das ja wohl zu!

Wenn ich mal einen schlechten Tag habe, denke ich daran, dass alles noch viel schlimmer sein könnte. Ich könnte zum Beispiel allergisch gegen Doppelkorn sein! Dann geht es mir gleich besser.

Hier schreibt Renate Bergmann, guten Morgen. Ilse will heute einen Termin im Koytotahaus machen für die Winterreifen. Es kann jetzt ganz schnell gehen, dass wir morgens schon mal Bodenfrost kriegen, da ist man besser gerüstet. Von O bis O - Oktober bis Ostern - so lautet die Regel!

Hier schreibt Renate Bergmann, guten Morgen. Stefan sagt, ich soll vorsichtig sein im Interweb und meine Telefonnummer nicht rausgeben. Wenn also was Wichtiges ist, rufen Se mich am besten über Gertrud an, das ist Vorwahl Berlin und dann 55 36 42.

Wir haben ja neulich schon darüber gesprochen, dass dieses Jahr Weinachten die Läden drei Tage am Stück geschlossen haben. Aber die Katastrophe geht noch weiter. Gucken Se mal, wann wieder aufgemacht wird: Am Montag, den 28.! Da geht doch dann gleich der Feuerwerksverkauf los! Es wird ein Chaos.

Hier schreibt Renate Bergmann, guten Morgen. Eine ganz zauberhafte Lesung hatte ich gestern in Trebsen mit vielen netten Begegnungen. Es hat wirklich großen Spaß gemacht. Stefan hat mich gefahren. Mit Reisetablette ging es. Er fährt ja doch etwas rasanter als Kurt.

Hier schreibt Renate Bergmann, guten Morgen. Bei mir steht ein ereignisreiches Wochenende an: Heute reise ich nach Sachsen, nach Trebsen, um vorzulesen. Dann geht es spät noch zurück nach Berlin, denn morgen düse ich mit Kurt und Ilse nach Jüterbog zu einem Auftritt. Ach, ich freue mich!

Heiligabend fällt dieses Jahr auf einen Donnerstag. Das sagt sich so dahin, aber machen Se sich mal bewusst, was das bedeutet: Danach kommen der 1. und der 2. Feiertag am Freitag und am Sonnabend, und dann ist Sonntag. Die Läden haben DREI Tage zu! Ich werde wohl eine zweite Kühltruhe kaufen müssen.

Hier schreibt Renate Bergmann, guten Morgen. Gunter Herbst hat mich gestern nach "Aktendeckel XY" mit dem Hund nach Hause begleitet. Norbert hat bei Brösickes am Hoftor gebellt! Ob er einen Gängster erkannt hat und ich wohl Meldung machen muss? Ich bin unschlüssig.

Jetzt habe ich zwei Einladungen zu "Aktendeckel XY" heute Abend und weiß nicht, wem ich einen Korb geben soll: Gertrud und Frau Meiser. Ich glaube, ich fahre zu Gertrud. Sie hatte als erste gefragt. Andererseits muss ich dann noch im Dustern wieder nach Hause... von der Meiser wäre der Weg kürzer!

Hier schreibt Renate Bergmann, guten Morgen. Ich hatte schon einen kleinen Unfall heute: Mein Unterrock hat sich im Reißverschluss vom Rock verklemmt und ich kam nicht mehr raus! Wie eine Stripperin, die will und nicht kann. Mit der Geflügelschere musste ich mich rausschneiden und nun nähen.

Hier schreibt Renate Bergmann, guten Morgen. Der kleine Berber will heute einen Drachen steigen lassen, hat er erzählt. Wie er die Mutti an die Leine kriegen will, weiß ich zwar nicht, aber bitte! Wenn die Kinder spielen, sind sie gesund.

Hier schreibt Renate Bergmann, guten Morgen. Jetzt haben wir schon Oktober, denken Se nur! Nee, die Zeit vergeht. Diesen Monat müssen wir schon die Winterreifen aufziehen, die Uhren umstellen und den Christstollen backen.

Am Einheitstag reden se nun wieder über Ost und West. Wissen Se, wichtig ist, dass ALLE mal wieder mehr miteinander sprechen und sich zuhören. Und zwar ohne Schaum vorm Mund! Ich komme schließlich auch mit der Berber und der Meister zurecht, obwohl sie in der Küche nichts können.

Hier schreibt Renate Bergmann, guten Morgen. Ich wünsche einen angenehmen Feiertag! Wollen wir mal sehen, ob wir nicht ein schönes Volksfest mit Blasmusik und Erbsensuppe finden.

Hier schreibt Renate Bergmann, guten Morgen. Zum Glück haben die Jungs von Herrn Klopps gestern ihre Fußballspielerei gewonnen, was meinen Se, was Kurt sonst wieder für eine Laune gehabt hätte. Aber so ist er fröhlich gestimmt. Gleich wollen wir los zum Einkauf - morgen ist Feiertag, denken Se dran!

Ich habe neulich während der Bahnfahrt ein Rezept gelesen und es heute nachgekocht.:Rosenkohl, Gnotschi, Zwiebeln, Speck und Haselnüsse, darüber ein bisschen Hartkäse. Sehr schmackhaft! Ein richtiges "Seelenwärmer-Essen", wie man heute so schön sagt.

Hier schreibt Renate Bergmann, guten Morgen. Heute ist "Tag der älteren Generation". Als ich noch ein Backfisch war, dachte ich, das sind alle so ab 30.. Nun ja... Letztlich muss jeder selber wissen, ob er sich da angesprochen fühlt !

So, ich mache mir einen schönen Couchteller mit Apfelspalten, Pampelmuse und ein paar Nüssen fertig. Heute kommt "Aktendeckel XY aufgelöst", da mache ich mir einen gemütlichen Fernsehabend.

Hier schreibt Renate Bergmann, guten Morgen. Heute ist "Polka-Mittwoch" bei Schlagerwelle Spandau! Ich habe mir die "Rixdorfer Musike" gewünscht und bin gespannt, ob sie es wohl spielen. Aber erstmal kommt "Rosamunde", ach, das ist auch schön!

Es gibt ja Leute, die im Bus schon fünf Minuten vor der Haltestelle aufstehen und sich vor die Tür stellen. Und dann gibt es mich. Ich warte immer das Bremsen ab und nutze den Schwung, um hochzukommen. Wissen Se, meine Hüfte wird nicht besser!

Hier schreibt Renate Bergmann, guten Morgen. Nach meinem Ausflug gestern muss ich heute erstmal "klar Schiff" machen in der Wohnstube und die Couch gründlich absaugen. Die Schrankwand muss auch poliert werden. Ach, die Arbeit hört nie auf!