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Literatur, Musik, Jazz, Ambient & Radfahrer

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Chapeau an "Die Zeit": Am 03. und 04. Oktober wurden zwei exzellente Texte über die Verfasstheit in bestimmten Landstrichen in diesem Land gedruckt. Der eine, von Anne Rabe, zeigt in welche Richtung das geht und der andere, das Interview von Biermann mit di Lorenzo, lässt einen hoffen und gibt Mut.

#Jahrestage / Johnson / 08.09.1967 Ein Kriegsminister? Warum nicht Verteidigungsminister? Mittagessen - dann ein Apfel. Ein Bekannter auf seinem Weg ein Freund werden zu wollen? Ihr Gedächtnis sammelt Vergangenes von 1937. Dann die Regentonne und der Griff an die Tasche wie an den Nacken der Katze.

#Jahrestage / Johnson / 07.09.1967 Arbeitsbeginn. Workflow, wie man zur Arbeit kommt. Alles ist getaktet. Kein Zeichen von Individualität? Doch. Die Hand des Zeitungsverkäufers und das „Übersehen“ einer möglichen Besorgtheit von Mrs. Agnolo. Man lebt sich halt ein und passt sich an.

#Jahrestage / Johnson / 06.09.1967 Ein Tag der Gewalt. Er beginnt 1967 in Vietnam, geht dann in das Jahr 1920 in die Stadt Waren und dann, ebenfalls 1920, auf das Gut Vietsen. Vom Großen zum Kleinen. Von vielen Toten bis zu einer „ausgerutschten“ Hand. Jeder trägt seinen Beitrag zur Gewalt bei.

#Jahrestage / Johnson / 05.09.1967 Der Weg nach oben. Mit dem Fahrstuhl. Eine Unternehmensbeschreibung der anderen Art. Und Gespräche über shrinkflation. Aber es gibt einen Ausweg im sechsten Stock. Und man spricht sie freundlich mit „Dschi-sain“ an.

#Jahrestage / Johnson / 04.09.1967 Beschreibung des Wohnortes. Nicht nur von der Oberfläche, sondern auch darunter. Dinge, Verhaltensweisen, Zusammensetzungen, Gefühle, die am Ort sind. Die sich mit der Zeit ändern. Die bei der Beschreibung seltsam konsistent bleiben. Kurzgefasst: Hier ist es so.

#Jahrestage / Johnson / 03.09.1967 Ein Sprung aus 1967 in das Jahr 1931. Die Anbahnung einer Ehe in der damaligen Zeit. Dann ein Sprung vom 03.09.1967 zum 01.09.1967 zum Ende an einer Türklinke. Wieder eine parallele (private) Geschichtsstunde. Die Geschichte taucht wie ein Sägezahn im Jetzt auf.

#Jahrestage / Johnson / 02.09.1967 Ein freier Tag im Park. Die Ruhe trifft die Unruhe. Cresspahl meets Ferwalter. Getroffen über die deutsche Sprache. Es ist die Geschichte, die Lebenswege lenkt. Und man trifft sich beim deutschesten aller Gesprächsthemen im Ausland. Dem Brot und dessen Geschmack.

#Jahrestage / Johnson / 01.09.1967 Der Freund. Ein Stück Heimat. Wollte dort etwas machen. Man ließ ihn nicht. Daher die Heimat verlassen. Und dann in New York beim Blättern im Telefonbuch ihren Namen gefunden. Wer es glaubt? Er und das Kind sind so (überkreuzter Zeige- und Mittelfinger).

#Jahrestage / Johnson / 31.08.1967 Beschreibungen und Definitionen von „alten Tanten“. Im Damals und im Jetzt. Und es ist die Übertragung der Definition von einem verlässlichen Menschen auf ein verlässliches Druckwerk. Beides vereinfachend und idealisierend?

#Jahrestage / Johnson / 30.08.1967 Ein Zettel in der leeren Wohnung. Wer schrieb ihn? Das Kind. Nicht „altklug“ eher „beobachtendklug“. Und auch das Kind ist ein Scharnier zwischen den Zeiten. Es interessiert sich für Griem. So wie Gesine für die Anzahl von jüdischen Gästen in Rande im Jahre 1933.

#Jahrestage / Johnson / 29.08.1967 Ein einlullender Text über Architektur. Man denkt, da kommt heute mal nichts Kompliziertes mit Rück- und Rückrück-Sprüngen. Also man ist im Jetzt und liest so dahin und dann taucht das Wort auf, das wie ein Nagel herausragt: „Nachrichtentote“. Man hängt fest.

#Jahrestage / Johnson / 28.08.1967 Jerichow - zweckmäßig für die Herrschenden. Was sie nicht brauchten, brauchte niemand. Cresspahl macht den Rundgang und erfasst die soziologische Struktur des Ortes. Wer? Wer macht was? Wer macht was wo? Warum? Man spürt, dass er nur registriert und nicht wertet.

#Jahrestage / Johnson / 27.08.1967 In den Tag bricht mit der alten Tante die Vergangenheit ein. Die Tochter des Mannes, der Teil des Schreckens des 20. Jh. war, wird interviewt. Neutral, distanziert, vorsichtig. Es gibt nichts Privates von den Personen, dafür aber viel Privates von der Tochter.

#Jahrestage / Johnson / 26.08.1967 Um es mit Radiohead zu sagen: „Everything in it's right place“. Hier im doppelten Sinne. Und dann sagt noch jemand: „aber wir warten auf jemand, den wir mögen.“. Das „Mögen“ ist von Herzen gemeint. Also am Ende dieses Tages ist alles an seinem richtigen Platz.

#Jahrestage / Johnson / 25.08.1967 Ein Blick über DIE Stadt wie Jazz. Passend? So what! Und dann? Dann kommt das kritische Kind zurück. Das von Schiffen & Flugzeugen träumte. Und jetzt? Sie ist angekommen – nein besser – sie hat DIE Stadt übernommen. Sie ist drinnen in DER Stadt. Sie ist New York.

#Jahrestage / Johnson / 24.08.1967 Ankommen. Zerrissen zwischen Dableiben und Zurückgehen. Kindliche Sturheit fragt nach Schiffen und Flugzeugen – irgendwann nach dem „Warum?“. Ein Lichtblick. Dann eine Chance auf eine Wohnung im Hier, die sich als das „Damals“ erweist. Kapitulation?

#Jahrestage / Johnson / 23.08.1967 Die Unschärfe der erzählenden Personen wird un/klarer. Sie erzählt detailreich aus dem Jahre 1931 vom ersten Blick, der die alte Zeitung verlässt. Und sie war nicht da. Aber ist sie die alleinige Erzählerin? Zur Geschichte: Jemand will eigentlich weg und bleibt.

#Jahrestage / Johnson / 22.08.1967 Trommelwirbel für den Auftritt: Die alte Tante. Wo holt man sie ab? Wie behandelt man sie? Was passiert, wenn man sie mal verpasst? Sie ist das verbindende Gelenk eines jeden Tages. Ein Fixpunkt, an dem der Tag hängt. Und ein Scharnier des Romans.

#Jahrestage/Johnson/21.08.1967 Ein Irrtum. Der gestrige Tag war keiner. Grund? Öffnungszeiten der Bank. Nicht genau genug gelesen. Dann heute: Der Weg zur Arbeit. Ampeln, Passanten, eine Schale. Und bei mir? Spiderman geht zur Arbeit und der Mann, der die Pedale nicht mit den Füßen nutzen kann.

#Jahrestage /Johnson/August 1967 Dieser Tag ist nicht der Tag. Dieser Tag wird erst durch den folgenden datumsmäßig bezeichneten Tag zu diesem Tag. Und es geht um Vermischungen. Vermischungen von Wasser, Zugfahrten und Gedanken. Es ist verwirrend (un)konkret im (Un)Konkreten.

Uwe Johnson "Jahrestage" Kein #Buchbeginn. Die Ausrede des verpassten Starts? Heute ist der 22.08. nicht der 20.08. Lohnt sich denn der Start noch? Ja, man ist zügig im Schritt der Tage. Und jetzt ist 2026 und nicht 1967. Da hätte man sowieso diverse Jahre verpasst. Also: Ran an die „Jahrestage“!

Oliver Harris "London killing" #Buchbeginn "Hampsteads Reichtum reihte sich leblos am Rand des Hampstead Heath Parks auf: mit Raureif bedeckte Mercedes-Limousinen und Geländewagen unter Platanen, unbeleuchtete viktorianische Reihenhäuser." mal sehen, was das Buch kann...

Und noch ein Satz aus dem Buch: "Immer nach zwei oder drei Generationen, wenn das Gedächtnis verkümmert und die letzten Zeugen der vorherigen Massaker sterben, erlöscht die Vernunft, und Menschen säen wieder das Böse." Kein #Buchbeginn.

Dennis Lehane "Moonlight mile" #Buchbeginn "An einem heiteren, für die Jahreszeit ungwöhnlich warmen Nachmittag Anfang Dezember verließ Brandon Trescott den Wellnessbereich des Chatham Bars Inn auf Cape Cod und stieg in ein Taxi."

Stefan Heintz "Miles Davis - Sound eines Lebens" #Buchbeginn "Hamburg. Ein Tag im November 1985, regnerisch und kühl und schmucklos. Erst abends verwandelt das Licht aus dem Foyer der Hamburger Staatsoper das feuchte Pflaster der Straße in einen strahlenden Teppich. Die Staatsoper ist ausverkauft.."

Jean-Bernard Pouy "Papas Kino" #Buchbeginn "Ein Stapel zurückgelassener Zeitschriften auf einer Bank. Ich setze mich und blättere sie durch: "Intelligenz bemißt sich nicht nach am Volumen, sondern an der Anzahl der Gehirnwindungen." Wenn das stimmt, wäre der Rotkohl Herr des Universums."

Yasmina Khadra "Doppelweiß" #Buchbeginn "Ich hatte Ben Ouda in Ghardaia kennengelernt, gleich nach der Unabhängigkeit, das heißt zur Zeit der herrenlosen Güter und der rechtsfreien Räume." Bin im Urlaub & gehe lesemäßig auf Strecke. Viel liegengeblieben und Lese-Soll bisher nicht erfüllt.

Warren Ellis "Gun machine" #Buchbeginn "Wenn man sich die Aufnahme des Notrufs anhörte, konnte man den Eindruck bekommen, die Tatsache, dass der Mann vor ihrer Apartmenttür nackt war, bereite Mrs. Stegman mehr Sorgen als die große Schrotflinte in seiner Hand." Mal lesen, was das Buch kann...

Ross Macdonald "Geld kostet viel" #Buchbeginn "Der Rechtsanwalt mit dem Namen John Truttwell ließ mich im Vorzimmer seines Büros warten. Dadurch hatte dieser Raum die Möglichkeit, mich unauffällig zu beeindrucken."

Kilometerweise unter "Discover" gescrollt - und keinen von den ewig gestrigen "Neulingen" mehr gefunden, die denken, das "Meinungsfreiheit" bedeutet, dass ich mir das alles ansehen muss, was die meinen. Ziemlich wohltuend!

Tolle Lesung von Jörg Hartmann "Der Lärm des Lebens" gestern im metro in Kiel. metro: Mach weiter so & bietet das an. War gestern ziemlich voll, wird also gut genutzt. Großer Zusatz: Das Buch ist wirklich lesenswert.

Mein Soundtrack für den Sommer 2026. Die Zusammenstellung "Night/Train"Gute Zusammenstellung zum Thema "Zug", "Nacht" &"Reisen". Nicht unbedingt so offen erkennbar, aber nach mehrmaligem Hören fühlbar. Führt mich demnächst in den Urlaub & wieder raus.

Jonathan Lee "Der große Fehler" oder auch "Der goße Feheler". Ein Buch - zwei Titel. Diesmal kein #Buchbeginn. Ich bin gespannt, was das Buch kann. Frage an den Diogenes-Verlag: Hat da einer einen Clown gefrühstückt oder hat das einen tieferen Sinn?

Ian McEwan "Abbitte" - #Buchbeginn "Das Theaterstück - für das Briony Plakat, Programmzettel und Eintrittskarten entworfen sowie einen umgekippten Wandschirm in eine Abendkasse verwandelt ... hatte - war von ihr in einem zweitägigen Schaffensrausch geschrieben worden ..."

Pelecanos: The Martini shot - Kein #Buchbeginn – Man kann schreiben: „Ich füllte mein Glas mit Rotwein, dann ihres.“ Aber GP: „I darkened her glass, then mine.“ – Und dann „A dolly grip I knew, drank a quart of Listerine and did a Bill Holden …”. – GPP ist in Deutschland ziemlich unterschätzt.