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Ich muss da unbedingt was loswerden. Ich bin ziemlich aufgebracht, und frage mich, ob das tatsächlich mein persönliches Problem ist und ich es überbewerte, oder nicht. 1/

Heute haben sich in der LAG Netzpolitik der Linken Nordrhein-Westfalen Mitglieder darum bemüht, ein Votum für die Landesliste zur Landtagswahl zu bekommen. Ich habe mich dort neben vier weiteren Kandidaten beworben. 2/

Nach der Vorstellung wurde ich aufgefordert - als einziger der Kandidaten - meine Haltung zum Konflikt in "Westasien" und zur deutschen Staatsräson zu erklären. 3/

Wohlgemerkt, in der LAG Netzpolitik, als einziger Anwesender jüdischer Mensch. Ich habe daraufhin etwas die Fassung verloren. Stelle ich mich an? Ist das nur für mich höchst problematisch, und für alle anderen ist das OK? 4/

Mir war von vorneherein klar, dass es schwierig ist. Dennoch stelle ich mir halt die Frage, ob ich zu empfindlich bin.

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Wenn Du das noch hinterfragst, bist Du meines Erachtens noch nicht empfindlich genug! Eine "Sonderbehandlung von Juden" ist die allgemeinste Kurz-Definition des Antisemitismus.

Solche Momente wie den oben öffentlich zu machen und zu skandalisieren, ist die notwendige und richtige Umgangsweise damit. Und wenn dieser Umgang aus deiner Sensibilität folgt – dann ist deine Sensibilität offenbar angemessen kalibriert.