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Ich muss da unbedingt was loswerden. Ich bin ziemlich aufgebracht, und frage mich, ob das tatsächlich mein persönliches Problem ist und ich es überbewerte, oder nicht. 1/

Heute haben sich in der LAG Netzpolitik der Linken Nordrhein-Westfalen Mitglieder darum bemüht, ein Votum für die Landesliste zur Landtagswahl zu bekommen. Ich habe mich dort neben vier weiteren Kandidaten beworben. 2/

Nach der Vorstellung wurde ich aufgefordert - als einziger der Kandidaten - meine Haltung zum Konflikt in "Westasien" und zur deutschen Staatsräson zu erklären. 3/

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Wohlgemerkt, in der LAG Netzpolitik, als einziger Anwesender jüdischer Mensch. Ich habe daraufhin etwas die Fassung verloren. Stelle ich mich an? Ist das nur für mich höchst problematisch, und für alle anderen ist das OK? 4/

Wenn Du das noch hinterfragst, bist Du meines Erachtens noch nicht empfindlich genug! Eine "Sonderbehandlung von Juden" ist die allgemeinste Kurz-Definition des Antisemitismus.

Solche Momente wie den oben öffentlich zu machen und zu skandalisieren, ist die notwendige und richtige Umgangsweise damit. Und wenn dieser Umgang aus deiner Sensibilität folgt – dann ist deine Sensibilität offenbar angemessen kalibriert.

Wow ... nee, wenn du da aktiv antisemitisch diskriminiert wirst, darfst du dich ruhig aufregen. Wie gut, dass ich ausgetreten bin. Die Linke in NRW ist echt unangenehm ...

ohne kontext ist schwer zu sagen, ob das auf dein jüdischsein oder deinen anhaltenden und offenen support für israel bezogen war.

Ich schaffe es nicht, diese Konfrontationen so zu führen, dass man mich versteht. Mir fehlt dazu einfach die Fassung, in dem Moment. Und ich kann es, ehrlich gesagt, alleine auch nicht schaffen. Ich bin gerade recht ratlos.

Verständlich. Wenn jemand von Fremden auf der Straße als jüdisch identifiziert und deswegen mit Israel/Palästina konfrontiert bzw attackiert wird, kann man das vielleicht noch als pure Dämlichkeit abtun. Die intellektuelle Version in der eigenen Partei zu erleben, muss schwer zu ertragen sein.

Es ist problematisch und es ist vor allem in höchstem Grade bescheuert. Bei Außenpolitik, da seh ich die Frage an sich ja noch ein. Aber Netzpolitik? Da ist das schon für sich nacktes Derailing, und wenn man dann auch noch nur den einzigen Juden in der Runde befragt wird's eklig.

Beim Themengebiet Außenpolitik dürfte es wenig Fragen geben, zu denen man vorher Klarheit haben will, als die der Position zum Nahostkonflikt. Dass es nochmal eine besondere Note hat, diese Frage dann nur dem einzigen Juden zu stellen, ist eine andere Ebene und verurteilenswert.