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Rechtsextremisten sind offenbar zu blöd, Software zu verwalten, deshalb sind unfassbare Massen an Daten der rechten Hass-Maschine Ni*us ins öffentliche Internet geraten: Details über Autor*innen, Abonnent*innen und Informant*innen. correctiv.org/aktuelles/da...

correctiv.orgDaten-Leak bei Nius – Nutzerdaten, Finanzen und Redaktionssystem liegen ungeschützt im NetzNeues Daten-Leck bei Nius: Einsehbar sind Adressen von Lesern, Zahlen zu Abo-Einnahmen und umfassende Auszüge aus dem Redaktionssystem.

Correctiv verweist auf die "Vertraulichkeit journalistischer Arbeit" und veröffentlicht daher keine Informationen aus dem Leak. Diese Position ist natürlich völlig in Ordnung, aber sie leitet uns zu einer Debatte, die wir führen sollten:

Ni*us hält sich an keinerlei journalistische Standards. Diese Leute verbreiten Gerüchte, Hörensagen und Ausgedachtes; sie diffamieren Menschen und gefährden dadurch ihre Sicherheit; sie fahren regelmäßige Kampagnen gegen Einzelpersonen oder gegen NGOs, mit täglichen Wiederholungen und Fortsetzungen.

Und natürlich defäkiert Ni*us auf den Presserat und auf alle erteilten Rügen, indem es sie nicht veröffentlicht.

Was wir besprechen müssen: Sollten wir solche Publikationen überhaupt als "Presse" gelten lassen? Oder ist das reine Hetze und Propaganda? Braucht es eine neue Kategorie ? Hass-Blog? Warum gelten Reichelt und sein Clan als Journalisten, die Zeugnisverweigerungsrecht und Informentenschutz genießen?

Nehmen wir z.B. Informanten: Mit welcher Absicht gehen Menschen, die diskrete Informationen besitzen, wohl zu einer Agitationsschleuder wie Ni*us? Etwa um einen Skandal ans Licht zu bringen? LOL 🤡 Nein, natürlich nicht. Wer Ni*us Informationen gibt, der will Sprit ins Hass-Feuer gießen. Und nur das.

Sollten solche Sprit-ins-Feuer-Gießer tatsächlich das gleiche Schutzprivileg genießen wie Whistleblower? Warum sollte man Pseudonyme von Ni*us-Autoren schützen, wie Correctiv es praktiziert? Oder anders: Ist das Ni*us-Leak nicht vielleicht mehr Journalismus, als Ni*us jemals praktizierte? Discuss!

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Lieber Mario, gute Frage. Aber meine Antwort ist wie in solchen fragen immer: Wir sollten nicht vergessen, dass solche demokratischen und grundrechtlichen Schutzmechanismen oder Kontrollinstanzen wenn man sie aufweicht oder abschafft immer, zuerst und hauptsächlich gegen "linke" eingesetzt werden.

Also besser damit leben, dass Nius auch weiterhin als "Presse" und Porchart und Reichelt sich auch weiterhin als "Journalisten" bezeichnen dürfen, als dann in schneller Folge von Correctiv bis AIB, von "Der rechte Rand" bis zut TAZ alles verboten oder bis zur Unleserlichkeit drangsaliert wird.

Es geht nicht um aufweichen oder abschaffen, sondern um eine klare Ansage: Wir haben uns Regeln gegeben. Wer von diesen Regeln geschützt werden will, muss sich daran halten! Wer auf die Regeln kackt, kann sich nicht auf sie berufen! Was sind Regeln denn wert, wenn man sie nicht sanktionieren kann?

Schwierige Frage. Und da eine eindeutige Trennlinie nicht zu ziehen ist: ja, auch diese Dreckschleudern müssen sich auf Quellenschutz berufen dürfen. Aber da die Daten frei zugänglich im Darknet zu finden sind, kann ja jeder damit umgehen, wie er selbst es für richtig hält.