Mattias Muckenhuber

Mattias Muckenhuber

@mattiasmuck.bsky.social

Ökonom | Volkswirtschaftliches Referat ÖGB | alma latina

513 followers295 following161 posts

Bundeskanzler Stocker will ein steuerbefreites „Zukunftsdepot“ für Minderjährige. Die Steuerbefreiung führt aber dazu, dass Kinder reicher Eltern 80-mal so stark profitieren wie andere. Bei einem Prämienmodell würden von (steuerlich) geförderter Vorsorge alle Kinder gleichmäßig profitieren. 1/9

View full thread

Wie könnte man es besser machen? Mit einem Sparprämienmodell. Statt die Höhe der Steuerförderung vom Einkommen der Eltern abhängig zu machen, sollte jedes Kind mit einer Sparprämie von 50 €/Jahr unterstützt werden - dabei profitieren alle gleich stark (mit 900 €, zusätzlich zum "Startbonus"). 8/9

Wenn Steuergeld zur Zukunftsvorsorge für Kinder verwendet wird, muss sichergestellt werden, dass alle Kinder - unabhängig vom Elternhaus - gleich stark profitieren. Bei der Variante mit Sparprämie ist das sichergestellt - bei gleichzeitig deutlich niedrigeren Kosten fürs Budget. 9/9

Bundeskanzler Stocker will ein steuerbefreites „Zukunftsdepot“ für Minderjährige. Die Steuerbefreiung führt aber dazu, dass Kinder reicher Eltern 80-mal so stark profitieren wie andere. Bei einem Prämienmodell würden von (steuerlich) geförderter Vorsorge alle Kinder gleichmäßig profitieren. 1/9

View full thread

Langfristig droht ein enormer Steuerausfall. Wie viel durch die Steuerbefreiung zukünftig an Einnahmen verloren geht, hängt vor allem von den Wertsteigerungen (= der zukünftigen Rendite) ab. Beim Beispiel des Bundeskanzlers fehlt zukünftig aber mehr als eine halbe Milliarde Euro im Budget. 6/9

Da viele Eltern - vor allem jene mit höherem Einkommen - wohl auch so für ihre Kinder vorsorgen, ist beim "Zukunftsdepot" in der aktuell diskutierten Form zudem von enormen Mitnahmeeffekten auszugehen. 7/9

Bundeskanzler Stocker will ein steuerbefreites „Zukunftsdepot“ für Minderjährige. Die Steuerbefreiung führt aber dazu, dass Kinder reicher Eltern 80-mal so stark profitieren wie andere. Bei einem Prämienmodell würden von (steuerlich) geförderter Vorsorge alle Kinder gleichmäßig profitieren. 1/9

View full thread

Nur eine absolute Minderheit der Eltern kann 5.000 Euro pro Jahr zuzahlen. Laut aktuellen Daten spart rund ein Fünftel der Elternhaushalte gar nichts, während bei realistischen Annahmen gerade einmal zwei Prozent der Eltern den maximalen Betrag von 5.000 Euro pro Kind zur Seite legen können. 4/9

Ein Rechenbeispiel zeigt die extremen Auswirkungen der steuerlichen Förderung zwischen "nur Startbonus" und "Maximalbetrag" (bei einer Rendite von 6,7 %): Während das Kind mit "Startbonus" nach 18 Jahren 300 € Steuern spart, wird jenes mit Maximalbetrag mit 24.000 € gefördert - 80 mal so stark. 5/9

Bundeskanzler Stocker will ein steuerbefreites „Zukunftsdepot“ für Minderjährige. Die Steuerbefreiung führt aber dazu, dass Kinder reicher Eltern 80-mal so stark profitieren wie andere. Bei einem Prämienmodell würden von (steuerlich) geförderter Vorsorge alle Kinder gleichmäßig profitieren. 1/9

Was ist geplant? Neben einem "Startbonus" von 500 Euro für jedes Neugeborene, sollen bis zu 5.000 Euro/Jahr auf ein Depot zugezahlt werden können. Das Vermögen kann erst mit 18 Jahren verwendet werden, dafür soll der gesamte Wertzuwachs von der Kapitalertragsteuer (27,5 %) befreit sein. 2/9

Je höher der absolute Wertzuwachs, desto höher die Steuerersparnis zum 18. Geburtstag. Und je mehr pro Jahr zugezahlt werden kann, desto höher ist - bei gleichen Renditen - der absolute Wertzuwachs. Die Möglichkeiten zur Zuzahlung sind aber höchst ungleich verteilt. 3/9

Mattias Muckenhuber reposted

Die Kolleg:innen der Agenda glauben etwas Großem auf der Spur zu sein – doch preisbereinigte #Produktivität sollte auch mit preisbereinigten #Bruttolöhnen verglichen werden, nicht mit nominalen. Die inflationsbereinigten #Bruttolöhne sind seit 2015 um 6,2% gestiegen – nicht um knapp 50%. 1/

Mattias Muckenhuber reposted

Mein aktueller Gastkommentar im Profil👇 Dass die größte Offensivmaßnahme ausgerechnet eine milliardenschwere Senkung der Lohnnebenkosten wurde, während zentrale Projekte der Industriestrategie, wie etwa die Fachkräfteoffensive, weiterhin auf ihre Finanzierung warten, ist schwer nachvollziehbar.

Fast nirgendwo in Europa ist Vermögen so ungleich verteilt wie in Österreich - gleichzeitig ist der Steuerbeitrag von Vermögen fast nirgendwo so niedrig wie bei uns. Ein wichtiger Schritt unser Steuersystem und die Budgetsanierung gerechter zu gestalten? Eine Steuer auf Millionenerbschaften!

Zusätzlich zu den Kürzungen beim Insolvenz-Entgelt-Fonds gab es zuletzt auch noch zahlreiche weitere Lohnnebenkosten-Senkungen. Im Jahr 2025 fehlten alleine durch die Senkungen seit 2015 fast drei Mrd. Euro. Wenn eine Finanzierung aus dem Budget nicht möglich ist, drohen Leistungskürzungen.

Reinhold Binder@reinholdbinder.bsky.social

Die WKÖ will Lohnnebenkostensenkungen, mögliche Auswirkungen für Arbeitnehmer:innen verschweigt sie. Die Beiträge zum Insolvenz-Entgelt-Fonds wurden 2022 halbiert, die Reserven des Fonds schrumpfen. Über den IEF erhalten Beschäftigte ausstehende Löhne und Gehälter, wenn ... (1/2)

Pünktlich zum Start der Budgetverhandlungen liefern die Banken unschlagbare Argumente für eine drastische Erhöhung der Bankenabgabe im Doppelbudget 2027/28: 2025 war mit 11,8 Mrd. Euro ihr viertes Jahr in Folge mit Rekordgewinn. Ohne neue Einigung sinkt die Abgabe in den nächsten Jahren sogar! 1/3

Denn im letzten Budget wurde vereinbart, dass die Bankenabgabe grundsätzlich um 50 Millionen Euro erhöht werden soll. Befristet für die Jahre 2025 und 2026 kommen 300 Millionen Euro dazu - ohne Einigung auf eine erneute Erhöhung fällt dieser Betrag aber ab dem nächsten Jahr wieder weg. 2/3

Die Banken machten 45 Milliarden Euro Gewinn in nur vier Jahren - abzüglich der durchschnittlichen Jahresgewinne aus den "moderaten" Vorjahren macht das satte 22 Milliarden Euro an Übergewinn. Statt bei Ausgaben für die breite Bevölkerung zu kürzen, muss die Bankenabgabe nun deutlich steigen! 3/3

Mattias Muckenhuber reposted

Im #Fiskalrat werden wir über die Ableitungen noch sprechen, aber meine persönlichen Schlüsse aus der Büroprognose: 1. gut, dass das Budgetziel 2026 neuerlich übertroffen werden könnte 2. selbst wenn man die aufgegleisten, aber noch nicht implementierten Maßnahmen, einrechnet, wird eine Lücke ...

derstandard.atLaut Fiskalrat müssen noch 4,4 Milliarden Euro im Budget eingespart werdenErst damit könne man das Budgetdefizit 2027 wie geplant auf 3,5 Prozent des BIP drücken. Das ergab eine Schnellschätzung des Fiskalratsbüros.

Mattias Muckenhuber reposted

Teilzeitfakten statt Teilzeitmythen: Die steigende Teilzeitquote führt dazu, dass insgesamt und durchschnittlich mehr gearbeitet wird. Wie kann das sein? Viele Menschen sind in Teilzeit erwerbstätig, die es sonst gar nicht wären. www.awblog.at/Arbeit/Mehr-...

awblog.atMehr Teilzeit heißt nicht weniger ArbeitHeute arbeiten deutlich mehr Menschen in Teilzeit als noch vor 20 Jahren. Der Anstieg der Teilzeitquote erklärt sich vor allem durch eine gestiegene Erwerbsbeteiligung: Menschen, die früher gar nicht ...

Mattias Muckenhuber reposted

ÖGB-Ökonom @mattiasmuck.bsky.social​​ im Kurier​: Beschäftigte versteuern jeden Euro – während Millionenvermögen weiterhin geschont bleiben. Und nein, es geht nicht um das Einfamilienhaus der Eltern. Vermögens- und Erbschaftssteuern jetzt. Für echte Gerechtigkeit!

Mattias Muckenhuber reposted

Heute präsentierte die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) ihren Geschäftsbericht 2025. Aufgrund der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank und der OeNB verbuchen Geschäftsbanken Zufallsgewinne in Milliardenhöhe. Währenddessen verzeichnet die Nationalbank das vierte Jahr in Folge ein Minus. 1/

Mattias Muckenhuber reposted

Das ist so großartig 🤩 Nun sind alle Ausgaben von „Wirtschaft und Gesellschaft“ seit der Gründung 1975 online verfügbar: journals.akwien.at Ein spannendes Archiv über 50 Jahre Wirtschaftspolitik und -wissenschaft. Schon in der 1. Nummer gings um Themen wie Wachstum oder Unweltpolitik.

journals.akwien.at Wirtschaft und Gesellschaft Wirtschaft und Gesellschaft ist die wissenschaftliche Zeitschift der Wirtschaftswissenschaftlichen Abteilung der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien.

Mattias Muckenhuber reposted

Ich weiß schon, der Ex-OMV Chef muss die OMV verteidigen. Aber wenn Sprit um 50 Cent teurer wird, gehen 42 Cent an die Mineralölkonzerne plus Tankstellen, 8 Cent an den Staat. Haupt-Kriegsgewinner ist die OMV plus die Erdöllieferanten, nicht der Staat. orf.at/stories/3423...

orf.atOMV-Chef zu Spritpreisen: „Das Körberlgeld holt sich der Staat“Der OMV-Chef Alfred Stern kritisiert die heimische Politik deutlich. Er hält wenig von der geplanten Beschränkung für Spritpreiserhöhungen auf drei Tage und warnt vor Verzerrungseffekten. Vor allem ab...

46 Millionen unbezahlte Stunden: So viele Überstunden leisteten Österreichs Beschäftigte 2025, ohne dafür einen Ausgleich in Zeit oder Geld zu erhalten. Das finanzielle Volumen dieses Lohnraubs beläuft sich auf 2,5 Mrd. Euro – dem Finanzminister entgehen dabei fast 900 Mio. Euro an Lohnsteuer. 1/4

View full thread

Im Regierungsprogramm steht schwarz auf weiß: „Alle Überstunden sollen auch abgegolten werden.“ Höchste Zeit hier ins Tun zu kommen. Auch aus Eigeninteresse der Regierung - Stichwort Budgetkonsolidierung: Es entgehen 875 Mio. Euro an Steuer- und 355 Mio. Euro Sozialversicherungseinnahmen. 3/4

Unbezahlte Überstunden dürfen sich nicht lohnen. Aus Sicht es @oegb.bsky.social sollen daher die Überstundenzuschläge für unbezahlte Überstunden verdoppelt werden. Auch die niedrigeren Mehrarbeitszuschläge für Teilzeitbeschäftigte müssen an die Überstundenzuschläge angeglichen werden. 4/4

46 Millionen unbezahlte Stunden: So viele Überstunden leisteten Österreichs Beschäftigte 2025, ohne dafür einen Ausgleich in Zeit oder Geld zu erhalten. Das finanzielle Volumen dieses Lohnraubs beläuft sich auf 2,5 Mrd. Euro – dem Finanzminister entgehen dabei fast 900 Mio. Euro an Lohnsteuer. 1/4

Mehr als jede vierte der insgesamt 170 Mio. Überstunden war somit 2025 unbezahlt. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Volumen der unbezahlten Überstunden - also das Einkommen das den Beschäftigten vorenthalten wird - noch einmal gesteigert: Von 2,26 Mrd. Euro auf 2,5 Mrd. Euro. 2/4

Mattias Muckenhuber reposted

Du möchtest Teil unseres Teams werden? Perfekt, denn wir suchen Zuwachs! Ab März besetzen wir wieder eine Economist-Stelle (m/w/d). Wir freuen uns über deine Bewerbung bis 05.02.2026. Du suchst aktuell nicht, kennst aber jemanden – Teilen gerne erwünscht: www.momentum-institut.at/job/wir-such...

momentum-institut.atWir suchen eine:n Economist - Momentum InstitutWir suchen eine:n Economist Das Momentum Institut sucht eine:n Ökonom:in in den Themenbereichen Wirtschafts- und Sozialpolitik. Was du tust? Du recherchierst selbständig und verfasst Studien, Policy B...

2024 gab es ein Rekord-Tief bei den Einnahmen aus vermögensbezogenen Steuern. Da es in Österreich weder Vermögens- noch Erbschaftssteuern gibt, ist der Beitrag ohnehin niedrig. Zuletzt sank er aber erstmals auf unter ein Prozent der Steuereinnahmen. Wir sind ein Steuerparadies für die Reichen. 1/7

View full thread

Wenn bereits jetzt – wie zuletzt vom Fiskalrat – von einem zusätzlichen zukünftigen Sparbedarf die Rede ist, müssen neue vermögensbezogene Steuern dabei eine zentrale Rolle spielen. Denn rein ausgabenseitiges Sparen bei dieser enormen Vermögensschieflage ist Gift für Wirtschaft und Demokratie. 6/7

2024 gab es ein Rekord-Tief bei den Einnahmen aus vermögensbezogenen Steuern. Da es in Österreich weder Vermögens- noch Erbschaftssteuern gibt, ist der Beitrag ohnehin niedrig. Zuletzt sank er aber erstmals auf unter ein Prozent der Steuereinnahmen. Wir sind ein Steuerparadies für die Reichen. 1/7

View full thread

Das Potenzial dafür ist da: Fast nirgendwo in Europa ist Vermögen so ungleich verteilt wie hier. Alleine die reichsten fünf Familien besitzen mehr als die Hälfte der gesamten Bevölkerung. Und jährlich werden derzeit 21,5 Mrd. Euro steuerfrei vererbt – davon 41 % an nur ein Prozent der Erb:innen. 4/7

Mit einer Erbschaftssteuer würden wir übrigens keinen Sonderfall darstellen – die Steuer ist international eine gängige Praxis. 27 von 38 OECD-Ländern bzw. 17 von 27 EU-Ländern haben Einnahmen aus Erbschafts- und Schenkungssteuern. 5/7

2024 gab es ein Rekord-Tief bei den Einnahmen aus vermögensbezogenen Steuern. Da es in Österreich weder Vermögens- noch Erbschaftssteuern gibt, ist der Beitrag ohnehin niedrig. Zuletzt sank er aber erstmals auf unter ein Prozent der Steuereinnahmen. Wir sind ein Steuerparadies für die Reichen. 1/7

Im Durchschnitt der Industriestaaten (OECD) liegt der Beitrag von vermögensbezogenen Steuern bei fast fünf Prozent der Steuereinnahmen – Österreichs Wert machte zuletzt also nur mehr ein Fünftel des OECD-Durchschnitts aus. Und nur drei Länder setzen noch weniger auf diese Steuern als Österreich. 2/7

Würde man die Einnahmen aus vermögensbezogenen Steuern auf den OECD-Durchschnitt erhöhen, brächte das Mehreinnahmen von ca. acht Mrd. Euro. Wie? Indem wir eine Vermögenssteuer und eine Erbschaftssteuer einführen. Je nach Modell bringt das Einnahmen von 8-9 Mrd. Euro – Ausweicheffekte inklusive. 3/7

Mattias Muckenhuber reposted

Agenda Austria: wo der Chef den Wahlsieg eines muslimischen Kandidaten mit sozialdemokratischem Wahlprogramm mit 9/11 gleichsetzt.

Kobuk!@kobuk.at

Servus TV: Wo ein Politiker direkt mit den Terroranschlägen von 9/11 in Verbindung gebracht wird, nur weil er muslimisch ist:

Mattias Muckenhuber reposted

Replying to @mattiasmuck.bsky.social

Eine Betrachtung seit dem Erreichen der österreichischen Talsohle (Oktober 2024) zeigt sogar, dass wir zuletzt die beste Entwicklung der Industrieproduktion aller Euroländer aufwiesen. (Ja, solche Vergleiche ausgehend von einem Basiszeitpunkt sind äußerst volatil - aber trotzdem spannend.) 2/2

Eine Betrachtung seit dem Erreichen der österreichischen Talsohle (Oktober 2024) zeigt sogar, dass wir zuletzt die beste Entwicklung der Industrieproduktion aller Euroländer aufwiesen. (Ja, solche Vergleiche ausgehend von einem Basiszeitpunkt sind äußerst volatil - aber trotzdem spannend.) 2/2

Mattias Muckenhuber reposted

Die schwierige Situation in der Industrie betrifft nicht nur Österreich, sondern auch die meisten anderen Euroländer. Der Hauptgrund: Nachfragemangel – und nicht etwa die Lohnsteigerungen. Umso besser, dass es nach dem Tiefpunkt letzten Herbst in Österreich nun wieder bergauf zu gehen scheint. 1/2

Im Juni 2025 lag die Industrieproduktion in Österreich 6,1 Prozent über dem Vorkrisenniveau (Februar 2020). Damit weisen nur fünf Länder der Eurozone eine bessere Entwicklung auf, in acht Ländern ging die Produktion sogar zurück. Am stärksten ist der Rückgang in Deutschland mit minus 14 Prozent. 2/2