Marko Kovic

Marko Kovic

@kovic.ch

Gesellschaftskritik. https://markokovic.substack.com/

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1/ Die Trump-Regierung wird die Hinrichtung eines zum Tode verurteilten Terroristen per Erschiessungskommando live im Internet übertragen. Das Trump-affine Lager ist von diesem vulgären Spektakel begeistert. Brot und Spiele für die degenerierten Massen.

1/ Peter Thiel ist überzeugt, dass Regulierung von KI das Werk des Antichristen ist. Thiel ist erklärter Antidemokrat und baut mit Palantir, Anduril u.a. einen totalitären Überwachungs- und Vernichtungsapparat. Wenn es einen Antichristen gibt, dann ist es Peter Thiel.

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5/ Es gibt tatsächlich immer mehr systemische Risiken, die das Ende der Menschheit bedeuten könnten. Endzeit-Faschisten sind aber nicht die Lösung dafür. Im Gegenteil: Sie sind das Problem. Sie sind Treiber der unkontrollierten technologischen Entwicklung, die katastrophale Folgen haben kann.

1/ Peter Thiel ist überzeugt, dass Regulierung von KI das Werk des Antichristen ist. Thiel ist erklärter Antidemokrat und baut mit Palantir, Anduril u.a. einen totalitären Überwachungs- und Vernichtungsapparat. Wenn es einen Antichristen gibt, dann ist es Peter Thiel.

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3/ In Wahrheit schafft Musk unvorstellbar viel Leid. Er hat die Entwicklungshilfe-Behörde USAID zerschlagen. Damit hat er Hunderttausende Menschen umgebracht. Bis 2030 könnten es Millionen sein.

4/ Thiel und Musk sind zwei Beispiele für eine Ideologie, die die Naomi Klein und Astra Taylor als Endzeit-Faschismus beschreiben. Endzeit-Faschisten warnen vor existenziellen Risiken. Aber nicht, um sie zu reduzieren, sondern um die Gesellschaft autoritär nach ihren Wünschen umzubauen.

1/ Peter Thiel ist überzeugt, dass Regulierung von KI das Werk des Antichristen ist. Thiel ist erklärter Antidemokrat und baut mit Palantir, Anduril u.a. einen totalitären Überwachungs- und Vernichtungsapparat. Wenn es einen Antichristen gibt, dann ist es Peter Thiel.

2/ Elon Musk behauptet, er wolle mit seinen Raketen die Menschheit retten, indem er Siedlungen auf anderen Planeten baut. Er sagt von sich, er sei effektiver Altruist, der Leid reduzieren will.

1/ Man müsse Ja zur Neutralitätsinitiative stimmen, weil ansonsten "unsere Kinder" auf einem fremden Kriegsfeld für die Nato sterben müssen. Humbug. Die Schweiz darf schon jetzt als neutrales Land keinem Militärbündnis beitreten. Solche Propaganda ist ein neuer Tiefpunkt.

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3/ SVP und Co. wären ziemlich sicher die ersten, die protestieren, wenn es wirklich darum ginge, mehr in Diplomatie zu investieren (Personal im EDA, Unterstützung von IKRK, etc.). Entsprechend fordert die Initiative nichts in diese Richtung.

1/ Man müsse Ja zur Neutralitätsinitiative stimmen, weil ansonsten "unsere Kinder" auf einem fremden Kriegsfeld für die Nato sterben müssen. Humbug. Die Schweiz darf schon jetzt als neutrales Land keinem Militärbündnis beitreten. Solche Propaganda ist ein neuer Tiefpunkt.

2/ Der grundsätzlichen Idee einer strikten Neutralität bin ich nicht abgeneigt. Kategorische Neutralität und dafür mehr diplomatische Massnahmen könnten einen positiven Erwartungswert haben. Aber das will die Initiative gar nicht. Sie ist ein populistischer Trick.

1/ Ein Richter bastelt ein KI-Tool für Strafurteile. Andere Richter springen darauf auf. Sie glauben, Urteile würden damit gerechter. Schönes Beispiel, was passiert, wenn Technologie auf Logik-Analphabetismus trifft.

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4/ Das Problem: Die Prämisse ist falsch. Es gibt nicht nur Noise, sondern auch Bias. Und wenn es Bias gibt, entfernt das Tool des Richters Bias nicht nur nicht -- der Bias wird reproduziert! Der Durchschnitt systematisch verzerrter Entscheidungen bleibt systematisch verzerrt.

5/ Ich will gar nicht ausschliessen, dass KI grundsätzlich Bias bei Urteilen reduzieren kann. Aber dieses spezifische Tool kann es grundlegend nicht.

1/ Ein Richter bastelt ein KI-Tool für Strafurteile. Andere Richter springen darauf auf. Sie glauben, Urteile würden damit gerechter. Schönes Beispiel, was passiert, wenn Technologie auf Logik-Analphabetismus trifft.

2/ Bei richterlichen Urteilen gibt es ungewollte Variabilität. Sie kann zwei Ursachen haben: a) Noise: Unterschiede bei Urteilen sind zufällig und in alle Richtungen gleich verteilt. --> mangelnde Präzision

3/ b) Bias: Unterschiede bei Urteilen sind systematisch in bestimmte Richtungen verzerrt. --> mangelnde Genauigkeit

1/ Auf einen Schlag sind zahlreiche Rekorde gebrochen: Viele Flüsse in der Schweiz haben den tiefsten Wasserpegel seit Messbeginn. Aber das ist nur Wetter und hat mit Klima nichts zu tun, oder? Leider doch. Die blosse Verteilung der Ereignisse zeigt, warum. 🧵

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6/ Wenn Klima ein stabiles System wäre, gäbe es entsprechend immer weniger Wetterrekorde. Der Umstand, dass wir mehr Wetterrekorde beobachten, bedeutet darum: Klima wandelt sich.

1/ Auf einen Schlag sind zahlreiche Rekorde gebrochen: Viele Flüsse in der Schweiz haben den tiefsten Wasserpegel seit Messbeginn. Aber das ist nur Wetter und hat mit Klima nichts zu tun, oder? Leider doch. Die blosse Verteilung der Ereignisse zeigt, warum. 🧵

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4/ Weil die Gruppen zufällig sind, sind die Fähigkeiten ähnlich verteilt. Durch zufällige Schwankung fallen die Zeiten nicht identisch aus. Die übergeordnete Verteilung von Renn-Fähigkeit bleibt aber stabil. In der Folge gibt es weniger Rekordwerte als in der ersten Gruppe.

5/ In der dritten Gruppe gibt es entsprechend noch weniger Rekorde, in der vierten nochmals weniger, etc. In einem stabilen System treten Rekorde über die Zeit seltener auf.

1/ Auf einen Schlag sind zahlreiche Rekorde gebrochen: Viele Flüsse in der Schweiz haben den tiefsten Wasserpegel seit Messbeginn. Aber das ist nur Wetter und hat mit Klima nichts zu tun, oder? Leider doch. Die blosse Verteilung der Ereignisse zeigt, warum. 🧵

2/ In einem stabilen System mit iid-Ereignissen (unabhängig und identisch verteilt) nimmt die Anzahl an Rekorden über die Zeit statistisch zwangsläufig ab. Ein Beispiel. Wir haben eine zufällige Stichprobe von 1000 Menschen, zufällig in 10 Gruppen aufgeteilt.

3/ Die Leute müssen einen 100m-Sprint rennen. In der ersten Gruppe wird es relativ viele Rekorde geben. Wir beginnen ja erst, Daten zu sammeln. Wie viele Rekorde wird es in der zweiten Gruppe geben?

Noch vor Kurzem betonte die SVP bei der 10-Millionen-Initiative, wie wichtig ihr Umweltschutz sei. Wenn es *tatsächlich* um Umweltschutz geht, zeigt die SVP ihr wahres Gesicht. Das ist das Problem mit Populisten: Sie lügen.

1/ Ich bin katholisch aufgewachsen. Ein zentraler Grund, warum ich gläubig war: Die Parameter der Welt -- Sauerstoff, Temperatur, Schwerkraft etc. -- fallen genau so aus, dass sie unser Leben ermöglichen. Das Universum ist perfekt auf uns abgestimmt. Das kann kein Zufall sein.🧵

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7/ Doch, kann es. Nur verstehen wir das nicht, weil Selektionseffekte den analytischen Blick sehr oft trüben. Damit wir nicht auf sie hereinfallen, müssen wir uns immer fragen: Was sehe ich nicht? Oder, etwas bildlicher: Was würden die Tintenfische sagen? 🦑

1/ Ich bin katholisch aufgewachsen. Ein zentraler Grund, warum ich gläubig war: Die Parameter der Welt -- Sauerstoff, Temperatur, Schwerkraft etc. -- fallen genau so aus, dass sie unser Leben ermöglichen. Das Universum ist perfekt auf uns abgestimmt. Das kann kein Zufall sein.🧵

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5/ Wenn wir Lotto a posteriori anhand von Hans Müller analysieren, kommen wir zum falschen Schluss, dass das doch nicht Zufall gewesen sein kann.

6/ Wenn die Erde leicht andere Parameter hätte, wären vielleicht keine Menschen entstanden, sondern hochintelligente Tintenfische. Aus ihrer Perspektive würden die Tintenfische dann auch sagen: Die Welt ist so perfekt auf uns abgestimmt, das kann doch kein Zufall sein.

1/ Ich bin katholisch aufgewachsen. Ein zentraler Grund, warum ich gläubig war: Die Parameter der Welt -- Sauerstoff, Temperatur, Schwerkraft etc. -- fallen genau so aus, dass sie unser Leben ermöglichen. Das Universum ist perfekt auf uns abgestimmt. Das kann kein Zufall sein.🧵

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3/ Dabei ignorieren wir, dass es a priori ganz viele andere Welten hätte geben können. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir Menschen zufällig entstehen, ist a priori sehr klein. Die Wahrscheinlichkeit, dass irgendetwas entsteht, ist a priori aber deutlich grösser.

4/ Es ist wie im Lotto: Die Wahrscheinlichkeit, dass ausgerechnet Hans Müller den Jackpot knackt, ist praktisch Null. Die Wahrscheinlichkeit, dass *irgendjemand* den Jackpot knackt, ist relativ hoch.

1/ Ich bin katholisch aufgewachsen. Ein zentraler Grund, warum ich gläubig war: Die Parameter der Welt -- Sauerstoff, Temperatur, Schwerkraft etc. -- fallen genau so aus, dass sie unser Leben ermöglichen. Das Universum ist perfekt auf uns abgestimmt. Das kann kein Zufall sein.🧵

2/ Das ist ein Trugschluss, der sich aus einem Selektionseffekt ergibt. Im kreationistischen Argument selektieren wir a posteriori unsere Existenz als Grundlage der Analyse.

1/ Man ist geneigt, zu sagen: Schlecht gealtert. Etwas ausführlicher: Klimawandel hat positive Aspekte, klar. Aber, und das ist der springende Punkt: Klimawandel ist ein multiplikatives systemisches Risiko.

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3/ In dieser Ungewissheit lauern Feedbackschlaufen, die schwer antizipierbar sind. A beeinflusst B und C, was auf A rückwirkt, D bewirkt, etc. Man mag denken, dass Erwärmung um n Grad nicht so schlimm ist. Das Problem sind aber die nicht-offensichtlichen multiplikativen Effekte.

4/ Systemische Risiken abzubauen, ist die grösste Herausforderung der Menschheit (KI, Biotechnologie, Klimawandel, etc.). Die politische Elite, die das tun müsste, besteht immer mehr aus ideologisierten anti-intellektuellen Politikern wie Marcel Dettling. Ich wünsche uns viel Glück.

1/ Man ist geneigt, zu sagen: Schlecht gealtert. Etwas ausführlicher: Klimawandel hat positive Aspekte, klar. Aber, und das ist der springende Punkt: Klimawandel ist ein multiplikatives systemisches Risiko.

2/ Klimawandel ist kein klassisches steriles Risiko wie im Casino, bei dem Outcomes und Wahrscheinlichkeiten bekannt sind. Daran können wir uns einfach anpassen. Klimawandel ist etwas anderes: Ungewissheit in einem komplexen System.

1/ Jens Spahn wird mit seiner Doppelmoral zu Leihmutterschaft als Heuchler der Extraklasse in die Geschichte eingehen. Aber was ist der moralische Status von Leihmutterschaft an sich? Die Leihmutterschaft-Industrie ist problematisch.

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7/ Weil aber unklar ist, wie stark oder wie wenig Leihmütter ausgebeutet werden, besteht das Risiko, dass der Schaden vielleicht grösser als der Nutzen ist. Die Reduktion von Leid ist wichtiger als das Schaffen von Glück.

1/ Jens Spahn wird mit seiner Doppelmoral zu Leihmutterschaft als Heuchler der Extraklasse in die Geschichte eingehen. Aber was ist der moralische Status von Leihmutterschaft an sich? Die Leihmutterschaft-Industrie ist problematisch.

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5/ Das grosse Problem: Die internationale Leihmutterschafts-Industrie ist sehr intransparent. Es gibt kaum belastbare Zahlen oder sonstige Daten. Es ist ungewiss, wie viel Schaden angerichtet wird.

6/ Das stärkste Argument für Leihmutterschaft ist ein utilitaristisches: Ceteris paribus entstehen so zusätzliche Menschen, die lebenswerte Leben leben. Das ist eine moralisch positive Veränderung der Welt.

1/ Jens Spahn wird mit seiner Doppelmoral zu Leihmutterschaft als Heuchler der Extraklasse in die Geschichte eingehen. Aber was ist der moralische Status von Leihmutterschaft an sich? Die Leihmutterschaft-Industrie ist problematisch.

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3/ Es gibt Evidenz, dass ein Teil der Leihmütter vor allem altruistisch motiviert sind und dieser Arbeit freiwillig nachgehen. Aber es gibt auch Evidenz, dass ökonomischer Druck für viele Leihmütter eine Rolle spielt.

4/ Wenn Frauen Leihmütter werden, weil sie tiefen sozioökonomischen Status und akute oder latente materielle Sorgen haben, hat die Leihmutterschaft eine asymmetrische Dynamik. So wird diese Arbeit zu einer Form von Ausbeutung.

1/ Jens Spahn wird mit seiner Doppelmoral zu Leihmutterschaft als Heuchler der Extraklasse in die Geschichte eingehen. Aber was ist der moralische Status von Leihmutterschaft an sich? Die Leihmutterschaft-Industrie ist problematisch.

2/ Das häufigste Argument für Leihmutterschaft ist ein liberales: Mündige Menschen dürfen selbstbestimmt über ihre Reproduktion verfügen. Das stimmt grundsätzlich. Aber die Praxis ist eine andere.

Ich hätte nicht gedacht, dass es noch absurder geht als der FIFA-Friedenspreis an Kriegstreiber Trump, aber Axel Springer hat es geschafft: Der erklärte Antidemokrat Peter Thiel, der ein unliebsames Medienunternehmen zerstörte, erhält einen Preis für "Meinungsfreiheit".